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Fastnachtverband Franken gegen Komplettabsage des Faschings | BR24

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Fasching in Coronazeiten: Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich skeptisch geäußert, ob das ratsam ist. Der Fränkische Fastnachtsverband hofft, dass zumindest Sitzungen in kleinerem Rahmen als sonst möglich sind.

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Fastnachtverband Franken gegen Komplettabsage des Faschings

Fasching in Coronazeiten: Gesundheitsminister Jens Spahn überlegt, ob das ratsam ist. Der Fränkische Fastnachtsverband hofft, dass zumindest Sitzungen in kleinerem Rahmen als sonst möglich sind. Die wirtschaftlichen Einbußen seien bereits jetzt groß.

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Faschingsbeginn ist zwar erst am 11. November, doch schon jetzt drehen sich die Diskussionen um die fünfte Jahreszeit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich wegen der Corona-Pandemie skeptisch geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden kann. Marco Anderlik, Präsident des Fastnachtverband Franken, hofft, dass es nicht zu einer Komplett-Absage kommt. "Ich glaube, dass die Karnevalstreibenden und Brauchtumsgesellschaften sehr innovativ und flexibel an einer Umsetzung der kommenden Kampagne arbeiten werden", sagt Anderlik im BR-Gespräch.

Fasching unter Sicherheitsvorkehrungen

Demnach würden viele Vereine in Franken aktuell überlegen, wie sie die Faschingssaison trotz Corona feiern können. Anderlik hält viele Lösungen für vorstellbar, zum Beispiel Prunksitzungen mit weniger Besuchern, ausreichenden Sicherheitsabständen und guter Belüftung. Voraussetzung dafür sei allerdings, dassdas Infektionsgeschehen im Januar und Februar 2021 dies auch zulasse. "Dass Gesundheitsschutz über allem steht, braucht man nicht diskutieren."

Fastnacht während Corona schwer zu finanzieren

In der Umsetzung könnte das einige Gilden und Gesellschaften allerdings vor Schwierigkeiten stellen. "Dass es wirtschaftliche Einbrüche für unsere Vereine gibt, das ist nicht von der Hand zu weisen", sagt Anderlik. Viele von ihnen würden sich über Festivitäten im Sommer mitfinanzieren. Diese seien dieses Jahr überwiegend ausgefallen. Hinzu kommt, dass Prunksitzungen mit Sicherheitsabständen und weniger Besuchern auch weniger Einnehmen bedeuten: sowohl durch Eintrittskarten als auch Sponsoren.

Die Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaGe) geht zum Beispiel davon aus, dass sie alle Veranstaltungen absagen muss. Zu groß sei das finanzielle Risiko. Wie ein Sprecher sagt, betrifft das voraussichtlich auch die Verleihung des bekannten Schlappmaulordens, den dieses Jahr Ministerpräsident Markus Söder erhalten hat. Im Oktober will sich die KiKaGe weiter beraten.

Unterfränkische Gesellschaften mit Absagen und Alternativplänen

Ähnlich sieht es zum Beispiel in Karlstadt aus. Dort wird der Faschingsumzug ausfallen, der zweitgrößte in Unterfranken. Auch die Prunksitzungen samt Barbetrieb hat das Präsidium der Karlstadter Karnevals Gesellschaft (KaKaGe) abgesagt. Stattdessen soll es eine aufgezeichnete Prunksitzung als 90-minütiges Video geben – ohne Besucher vor Ort. Auch die "Schwarze Elf" in Schweinfurt ging zuletzt von einer Absage ihrer Prunksitzungen aus. Die Hygienervorschriften seien nicht einzuhalten. Andere unterfränkische Vereine wie die "Fasenachtsgilde Giemaul" in Heidingsfeld oder der "Carneval Club Concordia" planen zwar wie gewohnt, überlegen sich aber zugleich Alternativen.

Bund Deutscher Karneval übt Kritik

"Es wird uns ein Teil unserer Heimatidentität fehlen", sagt Marco Anderlik, sollte es in der kommenden Saison keinen Fasching geben können. Kritik an einer möglichen Komplett-Absage kommt auch vom Bund Deutscher Karneval. Mit viel Kreativität und Ideenreichtum seien Karnevalisten und Fastnachter in den verschiedenen Regionen derzeit dabei, Feierformen zu entwickeln, die die Gesundheitsvorgaben beachteten. "Diese Entwicklung durch Absage/Untersagung pauschal abzuwürgen, wäre politisch nicht klug", so der Dachverband.

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