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Symbolbild Würzburger Faschingsumzug
© pa-dpa/Daniel Karmann

Autoren

Sascha Hack
Anna-Elena Knerich
© pa-dpa/Daniel Karmann

Symbolbild Würzburger Faschingsumzug

Das Würzburger "Bündnis für Zivilcourage" hatte die Vorfälle aufgegriffen und Anzeige erstattet. Harald Ebert, ein Sprecher des Bündnisses, dem die WhatsApp-Posts, zugespielt wurden, stuft diese als rechtsradikale Inhalte ein:

"Es gibt eindeutig eine Nähe zum Rechtsradikalismus. Also wenn ich lese, dass unter einem Bild mit einem Wehrmachtssoldaten vor einem Maschinengewehr der Satz darunter steht: »Das schnellste deutsche Asylverfahren lehnt bis zu 1.400 Anträge in der Minute ab.« Oder: »Übrigens hat Deutschland in dieser WM bereits einen Rekord geschlagen, ohne zu spielen – Wir sind mit 10.000 Mann in Moskau angekommen. Das sind 40 Kilometer weiter als der alte Rekord von 1942 – allein dass die Nationalhymne in Moskau gespielt wurde, ist ein Sieg. Ich hatte Tränen der Freude in den Augen. Wenn das der Führer hätte noch erleben können!«" Harald Ebert, Sprecher des Würzburger Bündnisses für Zivilcourage

Die Vorwürfe werden derzeit von der Staatsanwaltschaft Würzburg geprüft. Die Polizei meldet dazu, dass ein Ermittlungsverfahren gegen einen 52-jährigen Würzburger eingeleitet worden sei. Er soll Nachrichten mit rechtsextremem Inhalt in einer WhatsApp-Gruppe verbreitet haben. Das Handy des Mannes wurde am Mittwoch im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellt.

Reaktion des Fastnacht-Verbands

Inzwischen hat auch der Fastnacht-Verband Franken hat auf den Vorfall bei der Giemaul-Garde in Heidingsfeld reagiert und sich mit deutlichen Worten gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit ausgesprochen. „Personen, die diesen Grundsätzen zuwiderhandeln, haben in unserem Brauchtum und Vereinen keinen Platz“, so der Marco Anderlik, Präsident des Fastnacht-Verbandes in einer Pressemitteilung. „Die Fastnacht ist bunt und vielfältig. In unseren Mitgliedsgesellschaften wird seit Jahren aktive Integration in vorbildlicher Weise gepflegt.“

Anzeige wegen rassistischer und menschenverachtender Inhalte

Bereits vor einigen Wochen war demnach bei der Kriminalpolizei Würzburg eine Anzeige eingegangen, dass in einer WhatsApp-Gruppe Nachrichten mit teils rassistischem und menschenverachtendem Inhalt eingestellt worden sein sollen. Das zuständige Kommissariat für Staatsschutzangelegenheiten übernahm daraufhin die weitere Sachbearbeitung.

Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung

Das Polizeipräsidium Unterfranken nimmt den aktuellen Fall zum Anlass, vor der Verbreitung oder der Weiterleitung derartiger Nachrichten zu warnen. Wer extremistisches Gedankengut in den sozialen Medien veröffentlicht, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. In dem vorliegenden Fall muss sich der 52-Jährige nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung verantworten.

Aufgrund dieses Vorfalls hat Heike Bader, ehemalige 2. Gesellschaftspräsidentin der Gilde Giemaul, die Faschingsgilde verlassen:

"Es wird auch immer gerne so dargestellt, als wäre es ein persönlicher Racheakt. Das ist es auf keinen Fall – sonst wäre ich im Verein geblieben und hätte das intern ausgefochten. Ich denke, ich habe mit meinem Austritt klar signalisiert, dass es mir nicht um eine Racheaktion geht, sondern um das rechte Gedankengut, mit dem ich im Verein nicht leben kann." Heike Bader, ehemalige 2. Gesellschaftspräsidentin der Gilde Giemaul