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© Irina Hanft/BR-Mainfranken
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Nicolas Armer

"Fastnacht in Franken" - und die bayerische Polit-Prominenz sitzt am Freitagabed nicht in den Mainfrankensälen, sondern im heimischen Wohnzimmer vor dem Fernseher. Bei der diesjährigen Fernseh-Prunksitzing war kein Publikum zugelassen.

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"Fastnacht in Franken": Wie schaut die Polit-Prominenz?

Heimische Couch statt Kostüm und roter Teppich: Auch für die Polit-Prominenz läuft die "Fastnacht in Franken" in diesem Jahr anders ab. Wegen Corona müssen auch sie die Sendung im Fernsehen anschauen. Ihr Fett weg bekommen sie trotzdem.

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Von
  • Irina Hanft
  • Christiane Scherm
  • Marcus Filzek

Söder, Aiwanger und Stamm: Sie alle sitzen am Freitagabend nicht in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim im Landkreis Würzburg, sondern zuhause vor dem Fernseher. Bayerns Politiker und andere Promis müssen heuer auf den roten Teppich verzichten. Die "Fastnacht in Franken" wird wegen Corona als Aufzeichnung ausgestrahlt und zum ersten Mal in der Geschichte nicht live übertragen. Bei der diesjährigen Fernseh-Prunksitzing war kein Publikum zugelassen.

Mit den langen Haaren würden wir die Politiker auch gar nicht erkennen, sagte Kabarettist Martin Raussau vom Duo "Waltraud und Mariechen", unter Anspielung auf die geschlossenen Friseurläden. 

Das etwas andere Abwatschen für die Politiker

Das bedeutet auch: Kein Schaulaufen in tollen Kostümen. Auch das unmittelbare Abwatschen durch die Künstler auf der Bühne sieht in diesem Jahr ein bisschen anders. Die Politiker bekommen ihr Fett eben nicht live ab, sondern im Fernsehen. "Jeder hat sich da seinen Teil rausgepickt. Ich werde mich um die Digitalisierung und um die Schulen kümmern – vor allem um unseren Herrn Piazolo", so Kabarettist Michl Müller. Der Name des Bayerischen Kultusministers sei für ihn ein "Reizwort", natürlich mit einem Augenzwinkern.

Sendung kann noch spontan auf politische Entwicklungen reagieren

Die Polit-Prominenz kommt also nicht ungeschoren davon: Es gibt Einspieler mit Politikern. Die Dreharbeiten wurden zwar schon vergangenen Samstag abgeschlossen, aber bis einschließlich Freitag können "Kapriolen aller Art" in die Sendung eingebaut werden. "Wir haben extra eine Lücke gelassen, in der wir tagesaktuell das aufgreifen, was in der Politik noch passieren wird", sagte Rüdiger Baumann vom Fastnacht-Team des Bayerischen Rundfunks. "Die Politiker sollten also nicht übermütig sein."  

Ministerpräsident Söder schaut die Fastnacht mit der Familie

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird die Fastnacht im BR Fernsehen zusammen mit seiner Familie daheim anschauen. Er freut sich auf diese Ausnahme-Sendung: "Die besondere Mischung ist: Es ist nicht eine Faschingssendung – sondern bestes und höchstes Kabarett von nationalem Niveau auf der einen Seite, auf der anderen Seite maximale Toleranz." Und Söder fügt hinzu: "Die Franken sind das toleranteste Volk überhaupt. Denn wer will schon zu seiner wichtigsten Veranstaltung jemanden einladen, der einen ständig beleidigt? Kabarett, Toleranz, Lebensfreude und immer so ein bisschen ein Spiegelbild der fränkischen Seele: Ich finde das wunderbar und ich bedaure es sehr, dass es nicht der Form stattfindet, wie sonst. Aber es kommt ja sicher wieder."

Horst Arnold favorisiert den Fürther Charme

Als Landespolitiker muss man schon etwas aushalten, auch Horst Arnold, gebürtiger Aschaffenburger und Vorsitzender der bayerischen SPD-Landtagsfraktion, nun zuhause in Fürth. Dort verfolgt er die Kult-Sendung. Als Wahl-Fürther schlägt sein Herz für die Fürther, wie eben Volker Heißmann und Martin Rassau, alias "Waltraud und Mariechen". "Und die Fürtherin und der Fürther, die haben schon gewisse Umgangsformen, die mögen so manche befremden. Aber die Tiefgründigkeit, die sich bei näherem Hinsehen ergibt, die spiegelt sich da wieder", erklärt Arnold.

Barbara Stamms Herz schlägt für die "Fastnacht in Franken"

Seit Jahrzehnten hält sie der Fränkischen Fastnacht die Treue, die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm von der CSU. Fast immer war sie im Saal zu sehen im über viele Jahre besungenen blauen Kleid. Seit ihrem Rückzug aus der Politik ist sie Ehrenmitglied des Fastnacht-Verbandes Franken. Was den Freitag angeht, so verrät sie: "Ob ich jetzt mein blaues Kleid anhabe, weiß ich noch nicht. Ich kann es ja auch in der Nähe aufhängen. Was ich auf jeden Fall tun werde: Es gibt ja wieder den schönen Fastnachts-Bocksbeutel, den werde ich auf jeden Fall vor mir stehen haben." Barbara Stamm freut sich vor allem auf Michl Müller, Peter Kuhn oder Oliver Tissot.

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