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Bildrechte: BR/Maximilian Albrecht

Am Freitag (05.02.21) läuft im BR-Fernsehen wieder die legendäre Fastnacht in Franken, Pandemie-bedingt mit völlig neuem Konzept. Erste Details sind nun bekannt. Wir blicken hinter die Kulissen der Kultsendung.

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Fastnacht in Franken 2021: Zum ersten Mal ohne Zuschauer im Saal

2020 haben 3,8 Millionen Menschen die Fastnacht in Franken im BR Fernsehen gesehen. Doch in diesem Jahr ist alles anders bei der Kult-Sendung: Wegen Corona sind keine Zuschauer im Saal. Die Sendung wird zum ersten Mal nicht live ausgestrahlt.

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Von
  • Maximilian Albrecht
  • Christiane Scherm
  • Sigrid Korn

Keine verkleideten Promis und Politiker in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen im Landkreis Würzburg – und auch sonst kein Publikum vor Ort: Unter diesen Bedingungen kann die Kultsendung "Fastnacht in Franken" im BR Fernsehen trotz Corona stattfinden. Über die Hintergründe und die Produktion haben die Verantwortlichen des BR Fernsehens und des Fastnacht-Verbands Franken informiert.

Aufzeichnung mit Hygienekonzept und Corona-Tests

Alle Aufzeichnungen konnten ohne Zwischenfälle durchgeführt werden. Dabei hat vor allem das aufwendige Hygienekonzept geholfen, das der Bayerische Rundfunk gemeinsam mit dem Uniklinikum Würzburg entwickelt hat. Dies beinhaltete neben den allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln auch die regelmäßige Testung aller Beteiligten in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen.

Gardetanz und Musik nicht gemeinsam auf der Bühne

Doch das war nur eine der Neuerungen, die die Verantwortlichen bewerkstelligen mussten: Gerade in Sachen Gardetanz und Musikkapellen war Kreativität gefordert. Und obwohl die Gruppen nicht gemeinsam auf der Bühne in Veitshöchheim stehen durften, müssen die Zuschauer vor den TV-Geräten nicht gänzlich auf die Auftritte der "Altneihauser Feierwehkapell’n" oder der "Besenbinder" aus Röttenbach verzichten.

Fastnacht 2021 "keine Notlösung"

"Die 'Fastnacht in Franken' 2021 ist keine Notlösung geworden, sondern eine kreative Antwort auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie", so der Chef des BR-Studios Franken in Nürnberg, Tassilo Forchheimer. Rüdiger Baumann vom Fastnachts-Team kündigte einige Überraschungen an: "Es gibt heuer keine Bigband, es gibt keinen Elferrat, keine Ehrengäste, denen man den Spiegel vorhalten kann. Aber für alle diese Sachen haben wir uns etwas ausgedacht: Es wird eine Band geben – aber die sieht eben anders aus. Es wird auch einen Elferrat geben, der einziehen wird. Aber auch der sieht anders aus. Und auch die Politiker werden ihr Fett wegbekommen und Reaktionen zeigen können."

Corona-Bedingungen als Thema in der Sendung

Die Sendung startet heuer erst um 20.15 Uhr statt um 19.33 Uhr. Die besonderen Produktionsbedingungen werden in der Sendung ganz bewusst mit einbezogen. Den Einstieg der "Fastnacht in Franken" bildet diesmal eine Art Kammerspiel, in dem die Künstler die Aufgaben der BR-Mitarbeitenden übernehmen. Die Verantwortlichen sehen in dieser Lösung ein Alleinstellungsmerkmal der fränkischen Fastnacht in dieser schwierigen Zeit.

Michl Müller übernimmt in diesem Prolog die Rolle des Regisseurs – für ihn ein ganz neues Erlebnis: "Das war ja quasi ein Spielen untereinander, da hatten wir wahnsinnig viel Spaß", so der "Dreggsagg aus der Rhön".

Über drei Stunden Sendezeit

Nach ungefähr 45 Minuten beginnt die eigentliche Prunksitzung, der Hauptteil der Sendung. Hier treten wie gewohnt die Stars der Fastnacht mit ihren aktuellen Nummern auf. Ursprünglich war eine Sendelänge von zwei Stunden geplant. Durch die vielen Auftritte und die gelungene Produktion dürfen sich die Zuschauer über eine ähnlich lange "Fastnacht in Franken" wie in den vergangenen Jahren freuen.

Michl Müller und Peter Kuhn: Große Namen der Fastnacht

Dazu kann die Fastnacht auch wieder auf ihre etablierten Stars bauen. Bauredner Sebastian Reich und Nilpferd-Dame Amanda sowie die "Putzfraa" Ines Procter haben ihre Auftritte. Michl Müller, Heißmann und Rassau oder Peter Kuhn: Fast alles, was Rang und Namen hat, wird bei der diesjährigen Prunksitzung mit dabei sein. Mit dem Lied "Die längste Polonaise auf der Welt" hat Michl Müller sogar einen "Corona-Song" beigesteuert: Es handelt sich um die längste Polonaise, "weil jeder einen Meter 50 Abstand hält".

"Die längste Polonaise" als Fastnachts-Song 2021

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Bildrechte: BR

Kabarettist Michl Müller stellt seinen neuen Fastnacht-Song vor. Der Song ist der offizielle Titel des Bund deutscher Karneval für die Fastnacht-Session 2020/2021. Das Video wurde von den Akteuren im Früh-Herbst gedreht.

Comeback der Band "Dorfrocker"

Ihr Comeback auf der Bühne in Veitshöchheim geben "Die Dorfrocker" aus dem Landkreis Haßberge mit einer Neuauflage ihres Songs "Franken Helau". So sorgen die Unterfranken neben "Viva Voce" und Pavel Sandorf für den musikalischen Rahmen der Sendung. Die Auftritte aller Künstler wurden getrennt aufgezeichnet.

Alle Künstler der Fastnacht im Überblick:

  • Bernd Händel, Moderator und Stimmenimitator aus Nürnberg
  • Pavel Sandorf, Bandleader aus Schwarzenbruck (Landkreis Nürnberger Land)
  • "Die Dorfrocker" aus Kirchaich (Lkr. Haßberge)
  • Volker Heißmann und Martin Rassau aus Fürth
  • Gerlinde Heßler aus Karlstadt (Lkr. Main-Spessart)
  • Klaus Karl-Kraus aus Erlangen
  • Peter Kuhn aus Schweinfurt
  • Michl Müller aus Bad Kissingen
  • Norbert Neugirg aus Windischeschenbach (Lkr. Neustadt an der Waldnaab)
  • Ines Procter aus Erlabrunn (Lkr. Würzburg)
  • Sebastian Reich aus Würzburg
  • Oti Schmelzer aus Oberschwappach (Lkr. Haßberge)
  • Oliver Tissot aus Nürnberg
  • "Viva Voce" aus Ansbach (Mittelfranken)
  • Matthias Walz aus Karlstadt (Lkr. Main-Spessart)
  • Gardetänzerinnen Celine Zerrahn und Martina Salomon vom Karneval-Club Röttenbach "Die Besenbinder" e. V. (Lkr. Erlangen-Höchstadt, Mittelfranken)
  • Tanzmariechen Lorena Ruthardt von der Knoblauchsländer Karnevalsgesellschaft Buchnesia 1954 e. V. aus Nürnberg
  • Tanz-Sport-Garde Veitshöchheim e. V. (Lkr. Würzburg)

Auch Künstler vor dem Fernseher

Zum ersten Mal überhaupt werden die Künstler dieses Jahr während der Premiere nicht vor Ort in Veitshöchheim sein, sondern sitzen zu Hause vor dem Fernseher – genau wie das Publikum. Michl Müller freut sich auf die Ausstrahlung: "Es ist zum ersten Mal, dass ich mir das live anschaue. Ich weiß zwar schon, was ich auf der Bühne gemacht habe. Aber das Gesamtwerk habe ich noch nicht gesehen. Ich bin genauso gespannt, wie der ganz normale Fernsehzuschauer."

"Fastnacht in Franken" – online auf allen Kanälen

Die "Fastnacht in Franken" wird per Stream auch in der BR Mediathek gezeigt. Auf den Kanälen von "BR Franken" sowie der "Fastnacht in Franken" auf Facebook und Instagram werden bereits jetzt Einblicke hinter die Kulissen gewährt. Auch während der Sendung finden die Zuschauer auf Facebook, Instagram und Twitter ganz aktuell Sendungsausschnitte, Zitattafeln und Backstage-Bilder der Auftritte zum Teilen, Liken und Verlinken. Über Teletwitter (BR Text: Tafel 888) können auf Wunsch Zuschauerkommentare zur laufenden Sendung eingeblendet werden.

Tassilo Forchheimer erwartet gute Einschalt-Quoten

Studio-Franken-Chef Forchheimer sagte, man erwarte auch in diesem Jahr gute Quoten für das Fernseh-Flagschiff des BR. Die "Fastnacht in Franken" ist schließlich seit Jahren die erfolgreichste Sendung des BR - und aller dritten TV-Programme. Man lege es heuer aber "nicht auf die Mega-Quoten" an, so Forchheimer.

Denn zum einen sei durch die Pandemie die Zahl der Zuschauer insgesamt recht hoch und der Marktanteil wäre selbst bei absolut gleichbleibender Zuschauerzahl niedriger. Zum anderen sei das Fernsehverhalten in der Pandemie weniger planbar. 2020 haben 3,8 Millionen Menschen die Fastnacht in Franken im BR Fernsehen gesehen.

"Fastnacht in Franken" als Kultsendung seit 1987

Die "Fastnacht in Franken" wird seit 1987 als Live-Sendung ausgestrahlt und ist im BR Fernsehen seit den 1990er-Jahren die erfolgreichste Sendung überhaupt. Im ersten Jahr kam "Fastnacht in Franken" noch aus dem oberfränkischen Lichtenfels, seit 1988 findet sie in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim statt.

Sendetermine der diesjährigen "Fastnacht in Franken"

  • Erstausstrahlung ist Freitag, der 5. Februar 2021, um 20.15 Uhr im BR Fernsehen.

Wiederholungen sind an folgenden Tagen zu sehen:

  • Samstag, 6. Februar 2021, 20.15 bis ca. 23.30 Uhr
  • Faschingsdienstag, 16. Februar 2021, 14.00 bis ca. 17.15 Uhr

Nach der Ausstrahlung ist die Sendung zwölf Monate in der Mediathek online.

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