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Finanzen 2020

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    FAQ - Wie Sie Ihr Geld sicher durch die Krise bekommen

    Steuern, Geld-Sparen, Anlegen. Was kann man 2020 noch rausholen? Die Corona-Krise hat die Finanzen vieler Menschen durcheinandergewirbelt. Wir gehen Ihre wichtigsten Fragen mit dem Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen durch.

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    Von
    • Ferdinand Meyen

    Kann ich die Arbeit im Homeoffice von der Steuer absetzen? Lohnt es sich überhaupt noch zu sparen? Gibt es in der Corona-Krise sichere Geldanlagen? Welche staatlichen Hilfen kann ich beantragen? Wie Sie finanziell durch den Corona-Winter kommen, klären wir mit dem Finanzexperten und Chefredakteur des Geldratgebers Finanztip Hermann-Josef Tenhagen.

    Wie kommt Bayern durch den Lockdown? Darüber diskutiert die Münchner Runde am Mittwochabend im BR-Fernsehen um 20 Uhr 15. Unter anderem mit dem Corona-Koordinator der bayerischen Staatsregierung und Betroffenen aus Gesundheit und Pflege, Kultur und Wirtschaft.

    Soll ich mein Geld auf der Bank lassen?

    "Grundsätzlich ist Geld auf der Bank erstmal ganz gut aufgehoben", sagt Tenhagen. Denn bis zu 100.000 Euro sind dort in jedem Fall geschützt. Das Geld kann dort so schnell also nicht wegkommen.

    Wo kann ich Angespartes noch anlegen?

    Eine Möglichkeit, so Tenhagen, sei breit gestreut und weltweit in Indexfonds zu investieren, statt in einzelne Aktien. Allerdings nur mit Geld, "das man die nächsten zehn oder 15 Jahre nicht braucht", so der Finanzexperte. Wer nicht langfristig investiert, zockt – und das ist keine sichere Geldanlage. Hermann-Josef Tenhagen rät, in Aktien-Index-Fonds für die nächsten 15 Jahre zu investieren. Das, so würden es die Daten zeigen, habe immer zu einer positiven Rendite von etwa sieben Prozent geführt.

    Wo kann ich Verdienstausfälle angeben und mir das Geld zurückholen?

    Wer nachweisen kann, dass er seine Kinder weder in die Kinderbetreuung geben, noch Arbeit und Familie im Homeoffice vereinen kann, darf einen Verdienstausfall von 67 Prozent beantragen. Wer zwei kleine Kinder hat, braucht nicht einmal diesen Nachweis. Denn in solchen Fällen, so die Regel, ist Arbeit in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich.

    Welche Steuern müssen Kurzarbeiter bezahlen?

    Wer Kurzarbeitergeld bekommen hat, muss eine Steuerklärung für das Jahr 2020 abgeben, sagt Hermann-Josef Tenhagen. Es könne aber gut sein, dass man Steuern nachzahlen muss. Denn das Kurzarbeitergeld wird zur Ermittlung der Steuerklasse auf den Lohn aufgeschlagen.

    Welche Steuertricks helfen durch die Krise?

    Hier rät der Finanzexperte, die Steuererklärung möglichst spät abzugeben. Grund: Wer aktuell wenig verdient, sollte nicht noch Steuern nachzahlen müssen. Selbst diejenigen, die keinen Steuerberater haben, könnten ihre Steuer theoretisch bis Ende Juli aufschieben. Und mit Steuerberater kann man die Steuererklärung noch länger hinauszögern, bis sich die finanzielle Situation verbessert hat. Auch könnten sich in den kommenden Monaten Regeln zugunsten der Steuerzahler ändern oder zusätzliche finanzielle Hilfen beschlossen werden.

    Ein weiterer Tipp: Büro-Utensilien, zum Beispiel Bildschirme oder Stühle fürs Homeoffice noch 2020 kaufen. Denn auch die kann man von der Steuer 2021 absetzen. Außerdem rät Tenhagen Soloselbstständigen, die Abschlagszahlungen und Hilfen des Wirtschaftsministeriums zu beantragen.

    Kann ich Homeoffice von der Steuer absetzen?

    Der Bund lässt eine Homeoffice-Pauschale zu, die sich auf fünf Euro am Tag und maximal 600 Euro im Jahr beläuft. Aber, wer die Möglichkeit hat, einen Raum in der Wohnung oder im Haus als Arbeitszimmer geltend zu machen, bekommt für diesen die Miete erstattet. Aber nur wer durch den Lockdown ins Homeoffice gezwungen wird und den Raum mit einer Tür abschließen kann, kann das laut Hermann-Josef Tenhagen beantragen. Und das gilt auch für Nebenkosten wie Strom oder Wasser.

    Soll ich in Bitcoins investieren?

    Davon rät Hermann-Josef Tenhagen ab. Sein Fazit: "Bitcoin ist keine langfristige Geldanlage, sondern eine Spekulation." Natürlich kann es sein, dass man kurzfristig profitiert. Aber der Kurs sei in drei Monaten auch schon um 70 Prozent eingebrochen.

    Wie kann ich in der Corona-Krise Geld sparen?

    Tenhagen gibt hier den Tipp, die wichtigsten Verträge anzuschauen. Ein Handy-Vertrag sollte zum Beispiel eigentlich nicht mehr als zehn Euro kosten. Auch der Wechsel des Stromvertrags könne 200 bis 400 Euro mehr Geld bringen. Auch Menschen, die ihre eigenen vier Wände mit Öl oder Flüssiggas heizen, sollten die Tanks vor Jahresende auffüllen. Denn ab 2021 kommt der CO2-Preis dazu, und die Mehrwertsteuer ist um drei Prozent höher.

    Wer bekommt den Corona-Bonus?

    Grundsätzlich kann jeder Arbeitgeber steuerfrei einen Bonus auszahlen, so Hermann-Josef Tenhagen. 1.500 Euro extra zum bisherigen Gehalt und ohne Sozialabgaben.

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