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    FAQ: Vorgezogene Weihnachtsferien - diese Rechte haben Eltern

    Die Weihnachtsferien werden bundesweit auf den 19. Dezember vorgezogen. Darauf haben sich Bund und Länder am Mittwoch geeinigt. Doch viele berufstätige Eltern bringt das in Not. So können Eltern die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen.

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    • BR24 Redaktion

    Die Weihnachtsferien sollen in diesem Jahr fast überall in Deutschland gleichzeitig am 19. Dezember beginnen. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch bei ihrer Videokonferenz verständigt. Diese Maßnahme bringt jedoch viele Eltern in Bedrängnis, wenn sie zum Beispiel in ihrem Beruf kein Homeoffice machen können oder sie nach diesem schwierigen Schuljahr keinen Jahresurlaub mehr zur Verfügung haben. Hier einige Fragen und Antworten zum Thema.

    Welche Rechte haben arbeitende Eltern bei der Betreuung, wenn Kinder früher Ferien haben?

    Für die zwei vorgezogenen Weihnachtsferien-Tage wird es eine Notbetreuung in den Schulen geben, so Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Berechtigt werden beispielsweise Alleinerziehende sein, aber auch Eltern, die keine Urlaubstage mehr haben. "Mein Ansatz ist, es großzügig auszulegen und denjenigen, die in der entsprechenden Situation sind, ihre Kinder nicht betreuen zu können, die Möglichkeit zu geben", sagte Piazolo. Für die Notbetreuung sollen demnach auch die Lehrkräfte zur Verfügung stehen, da diese im Dienst seien.

    Kann ich einfach ins Homeoffice gehen?

    Arbeitgeber werden gebeten, ihren Beschäftigten unbürokratisch Homeoffice zu ermöglichen. Ein gesetzliches Recht auf Homeoffice gibt es derzeit noch nicht.

    Kann ich mir spontan frei nehmen?

    Wer nach diesem Jahr noch Urlaubstage hat, kann anbieten, Urlaub zu nehmen. Möglich wäre es auch, Überstunden zu nehmen oder - wer hat - das Gleitzeitkonto für diese beiden zusätzlichen Ferientage einzusetzen. Wer einen verständnisvollen Arbeitgeber hat, kann unter Umständen auch diese zwei Tage von seinem Urlaubskonto 2021 vorziehen. Unbedingt beachten: Einfach von der Arbeit fern zu bleiben, ist nicht ratsam, denn wer ohne Ankündigung vom Arbeitsplatz fernbleibt, riskiert eine Abmahnung. Immer nur in Absprache mit dem Arbeitgeber zuhause bleiben.

    Was passiert, wenn ich mir nicht frei nehmen kann?

    Wer seinen kompletten Urlaub bereits verbraucht hat und auch sonst keine andere Möglichkeit hat, diese Zeiten durch Überstunden oder Gleitzeit auszugleichen, kann seine Kinder in die Notbetreuung der Schule schicken. Das hat Kultusminister Piazolo angekündigt. Bevorzugt Plätze bekommen nicht nur Alleinerziehende, sondern auch Eltern, die keinen Jahresurlaub mehr haben, sollen nicht abgewiesen werden. Falls es bei dieser Regelung zu Schwierigkeiten kommen sollte und Eltern ihre Kinder in der versprochenen Notbetreuung nicht unterbringen können, gilt die Vorschrift des § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz. Danach haben berufstätige Eltern, die wegen einer behördlichen Schließung oder eines Betretungsverbots der Betreuungseinrichtungen ihrer Kinder einen Verdienstausfall erleiden, einen Entschädigungsanspruch.

    Wie werde ich unterstützt, wenn ich meine Kinder selbst betreuen muss?

    Sind die Schulen wegen der Pandemie geschlossen, kann sich generell ein Elternteil zu Hause um den Nachwuchs kümmern – zumindest wenn der nicht älter als zwölf Jahre ist. Denn nur bis zu diesem Alter geht man von einer Betreuungsbedürftigkeit aus. Und für diese Betreuung können erwerbstätige Eltern laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales auch einen Entschädigungsanspruch geltend machen. In das Infektionsschutzgesetz ist ein Entschädigungsanspruch für Verdienstausfälle bei behördlicher Schließung von Schulen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zur Eindämmung der gegenwärtigen Pandemie aufgenommen worden. Die Vorschrift des § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz gewährt erwerbstätigen Personen, die ihr Kind selbst beaufsichtigen, betreuen oder pflegen müssen und aufgrund einer behördlichen Schließung oder eines Betretungsverbots der Betreuungseinrichtungen einen Verdienstausfall erleiden, einen Entschädigungsanspruch. Bei gemeinsamer Betreuung erhalten Eltern eine Entschädigung für bis zu zehn Wochen Verdienstausfall, bei alleiniger Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege bis zu 20 Wochen.

    Grundsätzlich gilt: Zuerst bei der Schule nach Betreuungsmöglichkeiten fragen. Gibt es keinen Betreuungsplatz, sollten die Eltern mit dem Arbeitgeber über die Situation sprechen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Gestaltet sich auch das schwierig, kann ein Elternteil zur Betreuung des Kindes oder der Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren zuhause bleiben und erhält nach § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Entschädigung.

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