BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Familienministerin: Frauen brauchen mehr Selbstbewusstsein | BR24

© BR/Stephanie Stauss

Noch immer verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation sechs Prozent weniger als Männer. Die bayerische Familienministerin Carolina Trautner will die Unternehmen aber nicht zur gleichen Bezahlung zwingen, sagt sie im B5-Interview der Woche.

60
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Familienministerin: Frauen brauchen mehr Selbstbewusstsein

Noch immer verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation sechs Prozent weniger als Männer. Die bayerische Familienministerin Carolina Trautner will die Unternehmen aber nicht zu gleicher Bezahlung zwingen, sagt sie im B5-Interview der Woche.

60
Per Mail sharen

Die bayerische Familienministerin Carolina Trautner appelliert an die Frauen, selbstbewusster aufzutreten, auch in Gehaltsverhandlungen. Dass Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert sind, ist für Trautner ein Missstand.

Verantwortung in Teilzeit

Spitzenjobs sollten auch in Teilzeit möglich sein, betont Trautner im Interview der Woche auf B5 aktuell. Vorschriften will sie den Unternehmen allerdings nicht machen. "Da kommt es auf die Eignung an. Da kommt es auf das Unternehmen an. Und wenn ich natürlich Berufe habe, in den die Frauen nicht so stark repräsentiert sind, dann tu ich mir als Unternehmer schwer verpflichtend eine Position so zu besetzen", meint Carolina Trautner. Insofern setze sie immer noch auf Aufklärung. Zudem müssten auch Frauen von sich aus solche Positionen einfordern, meint die Ministerin.

Auch Männer sollten pflegen

Mehr Engagement bei der sogenannten Care-Arbeit fordert Trautner von Männern ein. Insbesondere bei der Pflege von Angehörigen gebe es Nachholbedarf, da sich Frauen dort nach wie vor weitaus mehr einbringen als Männer.

Von Frauen in der Politik erwartet Trautner weniger Bescheidenheit. Frauenförderung sieht sie als großes Thema in der CSU. Die Quote könne da ein Mosaikstein sein. Verpflichtend gleich viele Plätze von Männern und Frauen auf den Wahllisten erteilt Trautner eine Absage.

Steinmeier sieht noch keine "wirkliche" Gleichberechtigung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Berlin bei einem Empfang für den Deutschen Frauenrat die Gesellschaft dazu aufgerufen, weiter beharrlich für Gleichberechtigung zu kämpfen. "Mehr als 70 Jahre nach der Verabschiedung des Grundgesetzes ist der große Auftrag der Gleichberechtigung noch lange nicht erfüllt", sagte Steinmeier. Zugleich betonte er, Frauenrechte seien nicht die Sache allein von Frauen. "Sie sind unsere gemeinsame Sache, die Sache von Demokratinnen und Demokraten." Steinmeier riet Männern, ab und zu die Perspektive der Frauen einzunehmen.

Der Bundespräsident kritisierte, dass noch immer Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen übergangen werden. "Noch immer halten sie deutlich weniger Reden im Parlament. Noch immer ist es für viele schwierig, Beruf und Familie zu vereinbaren", so der Bundespräsident. Dazu kämen neue Probleme wie die Benachteiligung in der digitalen Arbeitswelt.

Bundesfamilienministerin fordert weiterhin Frauenquote

In der Bundestagsdebatte wies Familienministerin Franziska Giffey darauf hin, dass Gleichstellung kein Naturgesetz sei. Die SPD-Politikerin nannte dabei auch den niedrigen Frauenanteil im Bundestag. Mit 31 Prozent der Abgeordneten sei der Anteil im Vergleich zur letzten Legislaturperiode sogar gesunken. Giffey forderte 50 Prozent.

Zugleich warb sie für ihre Pläne zur Einführung einer Frauenquote in den Vorstandsetagen großer Unternehmen. Giffey will erreichen, dass dort mindestens eine Frau sitzt. Das soll für Aktiengesellschaften mit mehr als 2.000 Mitarbeitern und mindestens vier Vorstandsmitgliedern gelten.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!