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Zu Prozessauftakt hat der Angeklagte (re.) umfassend gestanden.

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    Falschem Polizisten droht mehrjährige Haftstrafe

    Ein 30-Jähriger gesteht vor dem Landgericht Regensburg, dass er als falscher Polizist 47.000 Euro erbeutet hat. Ihm droht jetzt eine Haftstrafe von mehr als vier Jahren. Vor Gericht behauptet er, dass er anfangs nicht wusste, worauf er sich einließ.

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    Von
    • Alexander Arnö

    Mit einer Betrugsmasche als falscher Polizist hat ein 30-Jähriger rund 47.000 Euro bei seinen Opfern erbeutet. Jetzt steht der Mann in Regensburg vor Gericht. Zum Prozessauftakt gab der Angeklagte an, dass er von einer Bande angeheuert worden sei, anfangs aber nicht wusste, worauf er sich einließ.

    Eine Kontaktanzeige auf Facebook habe ihm gutbezahlte Arbeit angeboten, so der Angeklagte Kevin S. Dass er dafür einen falschen Polizisten spielen sollte, sei ihm aber erst beim zweiten Einsatz bewusst geworden. Er holte insgesamt fünf Mal als solcher Geld- und Wertsachen von seinen Opfern ab. So erbeutete der 30-Jährige insgesamt 47.000 Euro.

    Angeklagter holte immer das Geld ab

    Der Betrug erfolgte nach dem üblichen Muster: Beim Opfer geht ein Anruf ein von einem angeblichen Polizisten. Dieser behauptet, das Vermögen des Opfers sei durch Verbrecher in Gefahr. Der Anrufer drängt das Opfer deshalb dazu, Geld und Wertsachen einem angeblichen Zivilpolizisten zu übergeben. Diesen Zivilpolizisten spielte der Angeklagte. Er holte Geld und Wertsachen ab, verkaufte erbeutete Schmuckstücke und überwies den Großteil der erbeuteten Summe an die Hintermänner in der Türkei.

    Betrug sei dem Angeklagten anfangs nicht bewusst

    Der 30-Jährige hat zu Prozessauftakt seine Beteiligung an dem Bandenbetrug eingestanden. Nach dreijähriger Arbeitslosigkeit und Drogenabhängigkeit sei er auf Facebook auf eine Anzeige gestoßen, die schnelles Geld versprach. Ein Kontaktmann habe ihn am Telefon eingewiesen. Er sei zunächst davon ausgegangen, dass er mithelfen würde, Wettschulden einzutreiben. Erst nachdem er an der Adresse eine alte Frau antraf und danach bei seinem Kontaktmann nachfragte, wurde er über das Betrugssystem mit den falschen Polizisten aufgeklärt.

    Festnahme bei der sechsten Übergabe

    Nach dem dritten erfolgten Betrug wollte der Angeklagte aussteigen. Er wurde aber seinen Angaben nach unter Druck gesetzt, da die Hintermänner über seine Kontaktdaten verfügten. Bei der sechsten Übergabe war die Polizei vorbereitet und der Angeklagte wurde festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

    Strafmaß bei über vier Jahren Haft

    Zu Prozessbeginn einigten sich die Prozessbeteiligten in einem Rechtsgespräch auf einen Strafrahmen zwischen vier Jahren und drei Monaten oder viereinhalb Jahren.

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