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Falsche Polizisten in München vor Gericht | BR24

© picture-alliance/dpa

Symbolbild: Landgericht München

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    Falsche Polizisten in München vor Gericht

    Am Münchner Landgericht begann heute Vormittag der Prozess gegen sieben mutmaßliche Betrüger. Sie sollen sich als Polizisten ausgegeben haben, um an das Vermögen von oft älteren Menschen zu kommen.

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    Die Anklage lautet auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug. Von insgesamt sieben Fällen spricht die Staatsanwaltschaft, fünf davon sollen sich in München zugetragen haben, einer jeweils in Gräfelfing und Frankfurt.

    Fiese Masche der Betrüger

    Die Opfer waren zum Teil hoch betagt. Sie bekamen Anrufe aus der Türkei, auf dem Telefondisplay erschien allerdings die Nummer 110, die Lockvögel gaben sich unter typisch deutschen Namen als Polizisten oder Staatsanwälte aus. So sollen sie ihren Opfern erzählt haben, es drohten Einbrüche und sie müssten sofort das Vermögen in Sicherheit bringen und es darum an einen angeblichen Polizisten übergeben.

    Ausgeklügelte Maschinerie im Hintergrund

    Sobald das Opfer anbiss, soll sich im Hintergrund die Organisation in Gang gesetzt haben: Einige Angeklagte sollen zu den entsprechenden Adressen gefahren sein, die anderen hielten laut Staatsanwaltschaft den Kontakt zu den Hintermännern in der Türkei. Die Opfer übergaben schließlich Schmuck, Goldmünzen oder Bargeld - zum Teil mehrere hunderttausend Euro - an vermeintliche Polizeibeamte, und das oft mitten in der Nacht. In einigen Fällen hinterlegten die Senioren die Wertgegenstände auch auf einer Mülltonne oder warfen sie den Betrügern vom Balkon aus zu.

    Drahtzieher müssen sich verantworten

    Bislang sind bei der Betrugsmasche mit falschen Polizisten meist nur die Laufburschen vor Gericht gelandet. Bei der siebenköpfigen Bande sind nun auch mutmaßliche Organisatoren angeklagt, einer von ihnen soll direkten Kontakt zu den Hintermännern in der Türkei gehabt haben. Für den Prozess sind acht Verhandlungstage angesetzt, das Urteil soll am 26. November fallen.