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Polizeimützen Bayern
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Lena Deutsch
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Polizeimützen Bayern

Die Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist. Obwohl die Trickbetrüger bei nur einem kleinen Teil der Angerufenen Erfolg haben, ist der Schaden, den sie anrichten enorm: Im Jahr 2017 erbeuteten falsche Polizisten rund 4,3 Millionen Euro. Bayernweit waren es zehn Millionen Euro, bundesweit 100 Millionen Euro.

Jüngster Fall aus Pasing

Erst am Sonntag erbeuteten sie in Pasing von einem Rentner mehr als 100.000 Euro. Laut Polizei gingen sie wieder nach der üblichen Masche vor, riefen den über 70-Jährigen an und erzählten ihm, dass sein Geld vor Einbrechern geschützt werden müsse. Der Mann hob daraufhin mehr als 100.000 Euro bei seiner Bank ab und erwarb davon Gold. Das packte er in eine mintgrüne Badetasche und hinterlegte es in der Nähe seiner Wohnung. Darum hatten ihn die falschen Polizisten gebeten. Dort holte es dann ein Betrüger ab. Der Senior wurde erst nach ein paar Tagen stutzig und meldete den Vorfall der Polizei.

Spiel mit der Angst

Laut den Experten gehen die Täter äußerst geschickt vor: Sie verängstigen ihre Opfer, nehmen oft über Wochen hinweg immer wieder Kontakt mit ihnen auf und erobern so ihr Vertrauen. Sobald die Geldübergabe konkret besprochen wird, telefonieren sie oft über Stunden hinweg mit den Opfern oder bitten sie, das Telefon einfach auf die Seite zu legen. So bekommen sie mit, was in der Wohnung passiert und ob ihre Opfer mit jemand anderem Kontakt aufnehmen.

Polizei unterhält eigene Abteilung

Seit Sommer 2017 gibt es bei der Münchner Polizei eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich mit den falschen Polizisten befasst. Immer wieder gelingen den Ermittlern Festnahmen - doch gefasst werden meist "nur" die Kuriere oder Abholer. Sie holen das Geld bei den Opfern ab und vermitteln es weiter an die Bandenschefs in der Türkei. Diese sind schwer zu fassen. Über die Telefonnummern können sie nicht rückverfolgt werden, weil die Trickbetrüger das sogenannte Call-ID-Spoofing nutzen. Das sorgt u.a. dafür, dass bei den Opfern die Nummer 110 im Display angezeigt wird.

Wichtig ist deshalb die Prävention: Die Polizei warnt, dass die echte Polizei niemals bei jemandem anruft und Geld fordert. Außerdem ruft die Polizei nicht unter der 110 an. Man sollte am Telefon generell mit keinem über Vermögensverhältnisse sprechen. Wer angerufen wird, soll am besten sofort auflegen und die echte Polizei informieren.

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