Bild

Das Landratsamt Dillingen warnt davor, verendete Wildtiere anzufassen. Denn sie könnten Hasenpest haben, was auch für Menschen gefährlich ist.
© picture alliance / blickwinkel/S. Ott

Autoren

Roswitha Polaschek
Susanne Hofmann
© picture alliance / blickwinkel/S. Ott

Das Landratsamt Dillingen warnt davor, verendete Wildtiere anzufassen. Denn sie könnten Hasenpest haben, was auch für Menschen gefährlich ist.

Ein vor wenigen Tagen aufgefundener verendeter Hase im Wertinger Ortsteil Gottmannshofen ist an der „Hasenpest“ gestorben - das haben Untersuchungen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim ergeben.

Hasen nicht anfassen - Fleisch gut durchgaren

Da die „Hasenpest“, oder Tularämie, auch auf Menschen übertragbar ist, warnt das Landratsamt Dillingen an der Donau davor, tote Wildtiere in der freien Natur ohne Schutzhandschuhe anzufassen. Außerdem empfiehlt das Landratsamt, Fleisch von Hasen und Kaninchen nur gut durchgegart zu essen. Der ungeschützte Kontakt zu Wildtieren, insbesondere offensichtlich kranken Tieren bzw. Kadavern, sollte vermieden werden.

"Hasenpest" - gefährlich für Menschen

Beim Menschen kann der hochinfektiöse Erreger der "Hasenpest", Francisella tularensis, diverse Symptome auslösen: Sie reichen von grippeähnlichen Beschwerden über Hautgeschwüre bis zu Entzündungen der Augen und anderer Organe. Das Landratsamt Dillingen empfiehlt, so früh wie möglich mit einer Antibiotika-Therapie zu beginnen, wenn sich jemand infiziert hat. Ansonsten müssen die Betroffenen mit einem schweren Krankheitsverlauf und Komplikationen rechnen.

So können sich Menschen anstecken

Anstecken können sich Menschen durch den Kontakt mit infektiösem Tiermaterial über die Haut oder Schleimhäute oder dadurch, dass sie nicht ausreichend erhitztes Fleisch essen. Kälte schadet den Erregern nicht, was bedeutet, dass gefrorenes Fleisch und kontaminierte Materialien in den Wintermonaten lange infektiös bleiben.

Vorsicht bei sehr zutraulichen Hasen

Das Krankheitsbild bei Tieren reicht von milden Formen mit lokaler Lymphknotenschwellung bis hin zu schwerwiegenden Allgemeininfektionen. Vor allem Hasen, Kaninchen und Nagetieren sterben oft daran. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, schwankenden Gang und werden teilnahmslos. Sie sind dann mitunter so entkräftet, dass sie ihre natürliche Scheu verlieren können.

"Hasenpest" können auch andere Tiere bekommen

Von der Hasenpest sind in erster Linie Feldhasen betroffen. Allerdings können auch Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Ratten oder Eichhörnchen infiziert werden, genauso wie Wildwiederkäuer, Fleischfresser und Vögel. Stechinsekten und insbesondere Zecken können bei der Übertragung eine Rolle spielen.

Autoren

Roswitha Polaschek
Susanne Hofmann

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 09.11.2018 - 12:30 Uhr