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Fall Sophia: Sexueller Übergriff nicht nachweisbar | BR24

© BR Frankenschau aktuell

Der Prozess um die getötete Studentin Sophia läuft vor dem Landgericht Bayreuth. Am Mittwoch (31.07.19) hat ein spanischer Rechtsmediziner per Video ausgesagt. Wurde Sophia vor ihrem Tod sexuell missbraucht?

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Fall Sophia: Sexueller Übergriff nicht nachweisbar

Musste die Studentin Sophia L. aus Amberg vor ihrem Tod einen sexuellen Übergriff erleiden? Spanische Rechtsmediziner halten das für nicht nachweisbar. Im Prozess vor dem Landgericht Bayreuth machten sie ihre Aussage per Video.

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Die 28-jährige Sophia L. musste sterben, weil der Angeklagte einen sexuellen Übergriff vertuschen wollte – davon ist die Staatsanwaltschaft Bayreuth überzeugt. Rechtsmediziner aus Spanien halten den Nachweis jedoch für unmöglich. In einer Videokonferenz zwischen dem Gerichtssaal in Bayreuth und Spanien machten die Ärzte ihre Aussage. Bei der Obduktion des verbrannten Leichnams hätten sie keine Spermaspuren feststellen können. Auch biologisches Material eines Mannes konnten sie nicht finden.

Rechtsmediziner: Kein sexueller Übergriff

Einer der Rechtsmediziner machte eine klare Aussage. "Von einem sexuellen Übergriff kann man nicht ausgehen", sagte er. Sophias Leiche sei in einem Straßengraben gefesselt, teilweise verbrannt und in Plastikfolie gewickelt aufgefunden worden.

Sophia starb durch äußere Gewalteinwirkung

Die Obduktion ergab, dass die Tramperin zwischen dem 14. und dem 17. Juni 2018 starb. Eine genauere Eingrenzung sei nicht möglich, da die Plastikfolie um die Leiche die Einschätzung des Todeszeitpunkts erschwere. Auch hätten Temperaturunterschiede im Lkw und am Ablageort geherrscht. Eindeutig war aber die Aussage der spanischen Rechtsmediziner zur Todesursache. Sophia starb demnach nach einem Schädelhirntrauma durch äußere Gewalteinwirkung.

Nachweis für sexuellen Übergriff auf Sophia schwierig

Ob der angeklagte 42-jährige Lkw-Fahrer Sophia nach einem sexuellen Übergriff getötet hat – nach dem Gutachten der spanischen Rechtsmediziner dürfte es schwer werden, dies nachzuweisen. Unklar ist auch, ob die Aussage des Angeklagten, er habe Sophia nach einem Streit erschlagen, mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

Sophia wurde vor der Tat gefesselt

Nach Angaben der spanischen Rechtsmediziner wurde Sophia vor der Tat gefesselt. Fesseln an Händen und Füssen seien vor ihrem Tod angelegt worden. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wirft dem angeklagten 42-jährigen Lkw-Fahrer Mord vor. Er soll die Studentin auf einem Parkplatz an der Autobahn in Oberfranken ermordet und schließlich in seinem Lkw nach Spanien gebracht haben. Ein Urteil wird im September erwartet.

© BR Studio Franken/Melisa Lota

Vor dem Landgericht Bayreuth geht der Prozess um die getötete Amberger Studentin Sophia L. weiter. Spanische Rechtsmediziner halten einen sexuellen Übergriff des Angeklagten für nicht nachweisbar.