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Fall Sophia: Schweigeminute und Demo vor Prozessbeginn | BR24

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Fall Sophia: Demo vor Prozessbeginn

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    Fall Sophia: Schweigeminute und Demo vor Prozessbeginn

    Rund 20 Freunde der getöteten Sophia haben heute vor Prozessbeginn vor dem Landgericht Bayreuth demonstriert. Mit einer Schweigeminute erinnerten sie an die Getötete. Angeklagt ist ein marokkanischer Lkw-Fahrer - er soll Sophia getötet haben.

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    Mit großen Plakaten und zwei Reden machten die Freunde auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam. "Gegen jeden Sexismus" und "Gegen strukturelle Gewalt an Frauen" war auf den Plakaten zu lesen.

    Suche nach Sophia auf eigene Faust

    Die Freunde hatten im Juni 2018 nach ihrer verschwundenen Freundin gesucht. Sie und die Familie von Sophia werfen den Behörden vor, bei den Ermittlungen zu zögerlich gewesen zu sein. "Alles, was wir noch für Sophia tun können, ist es, jegliche (…) Mittel zu nutzen, um für einen Prozess im Sinne Sophias zu sorgen, in dem kein Platz für Victim Blaming [Schuld für Übergriff wird beim Opfer selbst gesucht, Anm. der Red.], Sexismus und Rassismus ist", so die Freunde auf einem Flugblatt.

    Vorwürfe gegen die Polizei

    Im vergangenen Sommer wollte die 28-jährige Studentin Sophia von Leipzig nach Amberg zu ihren Eltern trampen. Sie stieg an einer Tankstelle an der A9 bei Schkeuditz in Sachsen in den Lkw eines marokkanischen Fahrers. Dann verlor sich ihre Spur. Eine Woche später wurde Sophias Leiche im Norden Spaniens gefunden.

    Die Eltern und der Bruder von Sophia treten als Nebenkläger auf. Sie kritisierten mehrfach die Ermittlungsarbeit der Polizei.

    Rechtspopulisten versuchten Fall zu instrumentalisieren

    Während der Suche nach Sophia wurden Freunde und Familie teils massiv von Menschen aus dem rechten politischen Spektrum beschimpft und beleidigt. Rechtspopulisten hatten versucht, den Tod der 28-Jährigen zu instrumentalisieren. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder Sophias begann am Morgen vor dem Landgericht Bayreuth.

    Der Marokkaner gestand bereits im Ermittlungsverfahren, Sophia bei einer Auseinandersetzung getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth legt dem 1977 geborenen Angeklagten zur Last, die junge Frau im Führerhaus seines Lkw angegriffen, in seine Gewalt gebracht und letztlich ermordet zu haben.