BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Fall Sophia: Bayerisches Innenministerium zieht Konsequenzen | BR24

© BR

Bayerns Innenminister Herrmann hat angekündigt, dass die länderübergreifenden Zusammenarbeit bei Vermisstenfällen künftig schneller gehen soll.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Fall Sophia: Bayerisches Innenministerium zieht Konsequenzen

Länderübergreifende Ermittlungen in Vermisstenfällen sollen künftig schneller laufen. Als Konsequenz aus dem Fall Sophia seien entsprechende Maßnahmen veranlasst worden, teilte das bayerische Innenministerium dem BR mit.

Per Mail sharen
Teilen

Nach dem tragischen Tod der Amberger Studentin Sophia hat das bayerische Innenministerium eine schnellere länderübergreifende Zusammenarbeit bei Vermisstenfällen angekündigt. "Im Ergebnis wurden zum Beispiel organisatorische Maßnahmen veranlasst, um die Festlegung der Zuständigkeit in derartigen Fällen zukünftig zu beschleunigen", heißt es in der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Bayerischen Rundfunks.

Keine Behörde fühlte sich zuständig

Eine abschließende Prüfung und Bewertung des Ermittlungsverlaufs im Fall Sophia könne jedoch erst erfolgen, wenn das Gerichtsverfahren gegen den Tatverdächtigen rechtskräftig abgeschlossen sei. Die Familie von Sophia aus Amberg hatte schon kurz nach dem Verschwinden der 28-jährigen Studentin eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Nach Angaben der Familie fühlten sich aber weder die Polizei in Leipzig, wo Sophia am 14. Juni 2018 in den Lkw eines marokkanischen Fernfahrers gestiegen war, noch die Polizei in ihrem Heimatort Amberg zuständig.

Für Andreas Lösche, den Bruder des Opfers, ist die Ankündigung des Innenministeriums "ein erster Schritt", wie er am Ende des ersten Prozesstages im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk erklärt: "Wenn die ganze fürchterliche Tragödie noch irgendetwas Gutes haben kann, dann wäre es, dass es anderen Opfern und ihre Angehörigen nicht wieder so geht."

Freunde und Angehörige starteten Suche selbst

Trotz mehrfacher Nachfrage von Familie und Freunden wollten sich die beiden Behörden wegen des bevorstehenden Wochenendes erst Tage später miteinander in Verbindung setzen. Inzwischen hatten die Freunde von Sophia den Fahrer selbst ausfindig gemacht. Da war die 28-Jährige aber bereits tot.

Reaktion auf Vorwürfe

Den Brief des Bruders des Opfers vom August 2018 habe das Ministerium beantwortet, hieß es gegenüber dem BR. Innenminister Herrmann habe im Januar 2019 "ausführlich die einzelnen Vorwürfe" mit dem Angehörigen erörtert. Das Innenministerium in Dresden wollte sich auf BR-Anfrage wegen des laufenden Gerichtsverfahrens momentan nicht zu möglichen Konsequenzen und interner Aufarbeitung äußern. Der angeklagte LKW-Fahrer muss sich seit heute wegen Mordes vor dem Landgericht Bayreuth verantworten.

© BR

Gut ein Jahr nach dem Gewaltverbrechen an der Studentin Sophia Lösche hat der Mordprozess vor dem Landgericht Bayreuth mit einem Geständnis begonnen. Der angeklagte Fernfahrer gab zu, die 28-Jährige mitgenommen und getötet zu haben.