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Fall Peggy: Unterstützer von Ulvi K. verklagen Gutachter | BR24

© picture-alliance/dpa

Ulvi K. beim Urteil im Peggy-Prozess am Landgericht Bayreuth am 14. Mai 2014

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    Fall Peggy: Unterstützer von Ulvi K. verklagen Gutachter

    2004 war Ulvi K. wegen Mordes an Peggy aus Lichtenberg verurteilt worden. Zehn Jahre später folgte sein Freispruch. Ulvis Unterstützer haben nun einen damaligen Gutachter auf 350.000 Euro Schadenersatz verklagt.

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    Der Unterstützerkreis für Ulvi K. hat im Fall Peggy einen früheren Gutachter auf 350.000 Euro Schadenersatz verklagt. "Wir haben die 170 Seiten Klageschrift gegen den forensischen Psychiater Hans-Ludwig Kröber bereits beim Landgericht Berlin eingereicht", sagte Dirk Lauer, der Sprecher des Unterstützerkreises, dem Bayerischen Rundfunk.

    Kein Kommentar von Kröber

    Ein Gutachten von Kröber soll dazu beigetragen haben, dass Ulvi K. im Jahr 2004 als Mörder von Peggy verurteilt worden war. Der Psychiater war damals zu dem Ergebnis gekommen, dass das widerrufene Geständnis von Ulvi K. glaubwürdig gewesen war. Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks wollte sich Kröber derzeit nicht zu den Vorwürfen äußern. Er hatte bei mehreren spektakulären Justizfällen Gutachten erstellt, zum Beispiel über Gustl Mollath oder den Ex-RAF-Terroristen Christian Klar.

    Kritiker: Gutachter war nicht immer persönlich anwesend

    "Wir werfen Kröber vor, dass er sich im Fall von Ulvi K. nicht an Gutachter-Richtlinien gehalten hat", erklärte Unterstützerkreis-Sprecher Lauer. Schon vor dem Urteil habe sich Kröber in einem Artikel öffentlich negativ über Ulvi geäußert. "Das durfte er nicht. Er hat auch Passagen eines Vorgänger-Gutachters übernommen und nicht alle Akten eingesehen", erklärte Lauer. Außerdem sei er im Verfahren gegen Ulvi nicht immer persönlich anwesend gewesen und hätte einen Stellvertreter geschickt. Auch das sei nicht erlaubt, so Lauer weiter.

    Nachgestellter Tatverlauf auf Video

    Bei einer Pressekonferenz in Lichtenberg wollen der Unterstützerkreis und die Anwälte von Ulvi K. Ende kommender Woche weitere Informationen bekannt gegen. Dort sollen auch Videos der Polizei zu sehen sein, in denen gemeinsam mit Ulvi K. Teile des Tatverlaufs nachgestellt wurde. Sie sollen zeigen, dass Ulvi Peggy nicht umgebracht haben könne, so Lauer.

    Ulvi K. war 2004 wegen Mordes an der neunjährigen Peggy K. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach einer Wiederaufnahme des Verfahrens im April 2014 war er aber freigesprochen worden. Der geistig Behinderte lebt derzeit in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Oberfranken.