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Fall Peggy: Teilgeständnis kam ohne Anwalt zustande | BR24

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Im Mordfall Peggy hat der Anwalt des 41-jährigen Tatverdächtigen Beschwerde gegen den Haftbefehl beim Amtsgericht Bayreuth eingereicht. Gleichzeitig veröffentlichte die Polizei weitere Einzelheiten.

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Fall Peggy: Teilgeständnis kam ohne Anwalt zustande

Im Mordfall Peggy haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft nach der Haftbeschwerde des Anwalts des Mordverdächtigen zu Wort gemeldet. Sie verteidigen die Umstände der damaligen Vernehmung.

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Im Fall Peggy haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft nach der Haftbeschwerde des Anwalts des Mordverdächtigen vom Donnerstag (20.12.2018) zu Wort gemeldet. Der Verteidiger Jörg Meringer hatte kritisiert, dass Manuel S. bei seiner Vernehmung am 12. September 2018 stundenlang ohne Anwalt befragt worden war. Diese Vorwürfe weisen Polizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth zurück und teilen mit, die mit Unterbrechungen zehnstündige Vernehmung sei auf Video aufgezeichnet worden.

Dem BR gegenüber hatte Meringer erklärt, es gebe keinen Beweis für die Beteiligung seines Mandanten an der Tötung des neunjährigen Mädchens. Der 41-Jährige habe auch nichts mit der Beseitigung der Leiche zu tun. Sein Mandant hatte im September nur deshalb ein Teilgeständnis abgegeben hatte, weil er sich bei der Vernehmung unter Druck gesetzt fühlte.

Ein Sprecher des Landgerichts bestätigte den Eingang der Beschwerde. Zum Inhalt werde die Staatsanwaltschaft Bayreuth im Haftprüfungsverfahren Stellung nehmen, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken mit.

Polizei widerspricht Darstellung

Völlig unkommentiert wollten die Beamten die Vorwürfe des Verteidigers aber nicht lassen. Der Beschuldigte sei am 12. September zwar nicht im Beisein eines Anwalts durch Beamte der Kripo Bayreuth und der Staatsanwaltschaft vernommen worden. Eine umfassende Belehrung über Rechte und darüber, dass eine Aufzeichnung der Vernehmung per Video vorgenommen werde, sei aber sehr wohl erfolgt.

"Die Vernehmung wurde nach umfassender Belehrung über seine Rechte und den Umstand, dass eine Aufzeichnung erfolge, als auf Video aufgezeichnete Vernehmung durchgeführt und dauerte, durch längere Pausen unterbrochen, von 8.40 Uhr bis 18.32 Uhr. Dabei wurde dem Beschuldigten durchgehend die Möglichkeit eingeräumt, einen Verteidiger zu kontaktieren. Dieses Recht wurde vom Beschuldigten nicht wahrgenommen." Polizeipräsidium Oberfranken

Keine weiteren Beschuldigten

Darüber hinaus gaben die Ermittler auch weitere Details zum Stand ihrer Arbeit bekannt. Sie gehen davon aus, dass Peggy im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit ihrem Verschwinden am 7. Mai 2001 ermordet wurde. Davon sei auch der Ermittlungsrichter überzeugt. Der Haftbefehl gegen Manuel S. wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 10. Dezember 2018 vom zuständigen Amtsgericht Bayreuth erlassen.

Grund sei die Bewertung der Aussagen des Beschuldigten am 12. September gewesen und weitere Ermittlungsergebnisse, so die Polizei. Nach seiner Festnahme und bei der Vorführung beim Ermittlungsrichter habe der Beschuldigte keine weiteren Angaben gemacht. Verfahren gegen weitere Beschuldigte führt die Staatsanwaltschaft derzeit nicht.

Der Fall Peggy

Peggy war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Im Juli 2016 fand ein Pilzsammler Teile ihres Skeletts in einem Wald bei Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort entfernt.

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Im Mordfall Peggy hat der Anwalt des Tatverdächtigen Haftbeschwerde eingelegt. Dagegen wehren sich jetzt Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte kritisiert, dass sein Mandant stundenlang ohne Anwalt vernommen worden war.

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