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Grabstein von Peggy Knobloch

Der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken Jürgen Stadter hat am Nachmittag bei einer Pressekonferenz von einem entscheidenden Fortschritt gesprochen. Von einer Lösung könne man aber noch nicht sprechen, so Stadter weiter. In einer aktuellen Pressemitteilung bestätigen die oberfränkische Polizei und die Staatsanwaltschaft Bayreuth, dass im Fall Peggy nun ein 41-jähriger Mann im Zentrum der Ermittlungen steht. Der Mann hatte bereits nach dem Verschwinden von Peggy im Jahr 2001 zu "einem relevanten Personenkreis" gehört, heißt es.

Spuren im Fall Peggy führen zu 41-jährigem Mann

Durch neue Spuren am Fundort der Knochenreste von Peggy an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze sind die Ermittler erneut auf den 41-Jährigen gekommen. "Er rückte aufgrund der Neubewertung bereits bestehender polizeilicher Erkenntnisse zusammen mit jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen von am Fundort in Rodacherbrunn (Thüringen) sichergestellten Spuren wieder in den Fokus", heißt es in der Pressemitteilung.

Mann wieder auf freiem Fuß

Laut Polizei wurde der Mann gestern vernommen und im Anschluss wieder entlassen. Zum Inhalt der Aussage machen die Polizisten mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben. Die Ergebnisse des Polizeieinsatzes gestern werden nun mit Nachdruck ausgewertet. Bis erste Erkenntnisse hierzu vorliegen, können keine weiteren Auskünfte erteilt werden, so die Polizei weiter.

Ermittlungen der Polizei gehen weiter

Die Ermittlungen in Lichtenberg (Lkr. Hof) und Marktleuthen (Lkr. Wunsiedel) gehen derzeit weiter. Dort gab es gestern mehrere Wohnungsdurchsuchungen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Knochen von Peggy 2016 gefunden

Peggy Knobloch war im Jahr 2001 im Alter von neun Jahren in Lichtenberg spurlos verschwunden. Im Juli 2016 hatte ein Pilzsammler Skelett-Teile des Mädchens in einem Waldstück an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gefunden. Jahrelang galt der geistig behinderte Nachbar Ulvi Kulac aus Lichtenberg als Täter. Er war aber in einem Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Bayreuth freigesprochen worden.

Kein Zusammenhang mit dem NSU

Am Fundort von Peggys Knochen waren DNA-Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden worden. Die Ermittler räumten aber ein, dass die DNA durch eine Panne dorthin gelangt war. Bei der Spurensicherung wurde das gleiche Werkzeug verwendet wie nach Böhnhardts Tod 2011 in einem ausgebrannten Wohnwagen. Beide Fälle haben nichts miteinander zu tun.

Fall Peggy als spektakulärer Kriminalfall

Die "Soko Peggy" kam nie zum Stillstand. Immer wieder hatten die Ermittler neue Spuren – doch bis heute ohne Erfolg. Die Polizei konnte in diesem spektakulären Kriminalfall bislang keinen Täter festnehmen.