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Fall Peggy Knobloch: Haftbefehl wegen Mordes erlassen | BR24

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Im Fall der 2001 verschwundenen Peggy Knobloch wurde ein Haftbefehl gegen Manuel S. erlassen. Er steht im Verdacht, der Mörder von Peggy aus Lichtenberg zu sein.

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Fall Peggy Knobloch: Haftbefehl wegen Mordes erlassen

Ein 41-jähriger Mann aus dem Landkreis Wunsiedel ist offenbar tiefer in den Fall Peggy verstrickt, als er bisher zugegeben hat. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei Bayreuth bekannt gegeben haben, wurde gegen den Mann Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

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Der Tatverdächtige befindet sich in Untersuchungshaft. Es bestehe der dringende Verdacht, dass er Täter oder Mittäter war, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei. Er soll den leblosen Körper von Peggy in einem Wald bei Rodacherbrunn abgelegt haben, so der Verdacht der Ermittler. Sie vermuten, dass mit der Ermordung Peggys eine zuvor begangene Straftat verdeckt werden sollte.

Haftbefehl: Verdächtiger bestreitet Mord

Der Verdächtige habe bei der Vernehmung heute keine Angaben gemacht, den Tatvorwurf aber durch seinen Verteidiger bestreiten lassen, teilten die Ermittler mit. Im September war der Mann, der zum Zeitpunkt des Verschwindens von Peggy in ihrer Heimatstadt Lichtenberg lebte, bereits schon einmal festgenommen worden, dann aber nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gekommen.

Fall Peggy: Beweise belasten 41-Jährigen

Damals hatte der Mann, der seit einiger Zeit im Landkreis Wunsiedel lebt, erklärt, er habe im Mai 2001 den offenbar leblosen Körper Peggys in Lichtenberg von einem anderen Mann übernommen und dann in einem Wald bei Rodacherbrunn abgelegt. Seine Angaben, wonach er mit dem Tod Peggys nichts zu tun gehabt habe, überprüften die Ermittler und stellten auch Beweise sicher, die sie bei Durchsuchungen in seinem Haus sichergestellt hatten. Mit dem Ergebnis, so die Ermittler, dass "wesentliche Angaben des Beschuldigten", etwa der behauptete Anlass und der geschilderte Ablauf, "nicht mit den weiteren Ermittlungsergebnissen in Einklang" zu bringen seien.

Teils mikroskopisch kleine Spuren

An den Überresten des Mädchens entdeckten die Ermittler mikroskopisch kleine Pollen, die sie als Bestandteile von Torf identifizierten - so ergab sich ein Bezug zu Pflanzarbeiten des Verdächtigen am Tattag.

Außerdem fanden die Beamten bei den Knochen Farbreste, wie sie bei Renovierungen anfallenn. "Den Ermittlern war bekannt, dass der jetzt Beschuldigte damals umfangreiche Renovierungsarbeiten ausgeführt hatte", hieß es im September.

Auch ein angebliches Alibi des Mannes platzte: Entgegen früherer Angaben war er am 7. Mai 2001 in Lichtenberg unterwegs. Das belegen Videoaufzeichnungen aus einer Bankfiliale.

Welche Erkenntnisse jetzt letztlich zu dem Haftbefehl geführt haben, wollten die Ermittler heute nicht mitteilen.