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Fall Peggy: Gesprächsmittschnitt als Beweis zulässig | BR24

© picture-alliance/dpa

Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy

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    Fall Peggy: Gesprächsmittschnitt als Beweis zulässig

    Zur Aufklärung des Mordes an der neunjährigen Peggy aus Lichtenberg vor knapp 18 Jahren dürfen umstrittene Tonbandaufnahmen als Beweismittel eingesetzt werden. Das hat das Amtsgericht Bayreuth entschieden.

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    Das Amtsgericht Bayreuth hat entschieden, dass heimlich aufgenommen Tonaufnahmen im Fall Peggy als Beweis zulässig waren und auch weiterhin verwendet werden dürfen.

    Konkret geht es um die Tonbandaufnahme eines Gesprächs zwischen dem geistig zurückgebliebenen Ulvi K. und dessen Vater aus dem Jahr 2002. Sie war offenbar heimlich aufgenommen worden. Die Anwältin von Ulvi K. – der 2004 wegen Mordes an der neunjährigen Peggy verurteilt und in einem Wiederaufnahmeverfahren wieder freigesprochen wurde – hatte einen Strafantrag wegen "Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes" gestellt.

    Brisante Aufnahme

    Die Anwältin wirft den Ermittlern der Soko Peggy vor, mit dem Vorspielen der Tonaufnahme das Dienstgeheimnis verletzt zu haben. Denn: Das Gespräch wurde offenbar Bewohnern von Lichtenberg vorgespielt. Dies sei aber rechtens gewesen, so nun die Entscheidung des Amtsgerichts.

    "In Anbetracht des Umstandes, dass es um die Aufklärung eines Tötungsdeliktes geht, und somit alle erdenklichen Ermittlungsmaßnahmen zu ergreifen sind, ist das Vorspielen der Tonbandaufnahmen gegenüber Personen aus dem näheren Bekanntenkreis des Ulvi K. nicht zu beanstanden", heißt es wörtlich. Auf dem Band soll Ulvi K. gesagt haben, dass er und Manuel S. dabei waren, als Peggy im Mai 2001 ums Leben gekommen sei.

    Aufzeichnungen dürfen verwendet werden

    Manuel S. war im Dezember 2018 verhaftet worden. Der Haftbefehl wurde aber inzwischen aufgehoben, weil kein dringender Tatverdacht wegen Mordes besteht. Ebenfalls abgewiesen hat das Amtsgericht den Antrag der Anwältin, die Aufzeichnungen nicht weiter im Rahmen der Ermittlungen zu verwenden. Ebenso wurde die Herausgabe der Aufzeichnung abgewiesen. Die Begründung: Es handle sich um ein amtlich verwahrtes Beweisstück, das nicht aus dem amtlichen Gewahrsam entlassen werden dürfe, so die Mitteilung des Gerichts. Zudem handle es sich im Fall Peggy um ein noch nicht abgeschlossenes Ermittlungsverfahren.

    Auf dem Heimweg verschwunden

    Peggy war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Im Juli 2016 wurden Teile ihres Skeletts in einem Wald in Thüringen gefunden, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg in Oberfranken entfernt.