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Fundort von Peggys Leiche in Thüringen
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Annerose Zuber
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Fundort von Peggys Leiche in Thüringen

Neue Wendung im Mordfall Peggy: Der am Dienstag festgenommene Mordverdächtige, Manuel S., hat sein Teilgeständnis widerrufen und zugleich Vorwürfe gegen die Ermittler erhoben. Sein Anwalt Jörg Meringer sagte dem BR, die Polizei habe seinen Mandanten bei der Vernehmung im September stark unter Druck gesetzt. "Er wollte irgendwann nur noch aus dieser Situation heraus und hat deshalb dann einfach das gesagt, was man von ihm hören wollte."

Im September hatte der 41-Jährige nach Polizeiangaben erklärt, dass ihm ein anderer Mann am 7. Mai 2001 den leblosen Körper von Peggy an einem Bushäuschen in Lichtenberg übergeben habe. Nach erfolglosen Beatmungsversuchen habe er dann das kleine Mädchen in ein etwa 15 Kilometer entferntes Waldstück verbracht.

Beschwerde gegen Haftbefehl angekündigt

Dieses Teilgeständnis zog Manuel S. nun zurück. Anwalt Meringer betonte: "Ich bin fest davon überzeugt, dass er weder mit der Tötung von Peggy noch mit der Verbringung der Leiche etwas zu tun hat." Am Dienstag wurde gegen den Mann aus dem oberfränkischen Landkreis Wunsiedel Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Der Anwalt kündigte Beschwerde gegen den Haftbefehl an.

Anwalt sieht dünne Beweislage

Nach dem zufälligen Fund von Peggys sterblichen Überresten im Sommer 2016 konnten kleine Partikel von Torf und Farbe gesichert werden – und diese führte nach Auskunft der Polizei zu dem 41-Jährigen, der am Tag des Verschwindens von Peggy in Lichtenberg Garten- sowie Renovierungsarbeiten durchgeführt habe.  Aber für Verteidiger Meringer haben diese Partikel wenig Beweiskraft: "Das sind Sachen, die jedem zugeordnet werden könnten, aber nicht zielgerichtet meinem Mandanten. Am 7. Mai 2001 haben wohl viele Menschen in Deutschland gepflanzt oder Häuser renoviert."

Und Meringer sieht im Fall seines Mandanten auch Parallelen zu der Verhaftung von Ulvi K. "Ich bin der Auffassung, dass man jetzt wieder erst eine Tathergangs-Hypothese erstellt hat. Und jetzt meinen Mandanten da reinzwängen will." Ulvi K. war in einem ersten Prozess 2004 wegen Mordes an Peggy verurteilt und dann in einem zweiten Prozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

Etwa 15 Jahre nach dem Tod von Peggy hatte ein Pilzsammler das Skelett in einem Wald bei Rodacherbrunn im Saale-Orla-Kreis - knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg im oberfränkischen Landkreis Hof entfernt - entdeckt.