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Fall Peggy: Ermittlungen gegen früheren Verdächtigen gefordert | BR24

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Der Anwalt des im Fall Peggy momentan Verdächtigen Manuel S. fordert erneute Ermittlungen gegen den früheren Verdächtigen Holger E., einen Bekannten der Familie. Dessen Alibi sei zum Zeitpunkt von Peggys Verschwinden sehr brüchig, so der Anwalt.

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Fall Peggy: Ermittlungen gegen früheren Verdächtigen gefordert

Der Anwalt des im Fall Peggy momentan Verdächtigen Manuel S. fordert erneute Ermittlungen gegen den früheren Verdächtigen Holger E., einen Bekannten der Familie. Dessen Alibi sei zum Zeitpunkt von Peggys Verschwinden sehr brüchig, so der Anwalt.

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Vor 18 Jahren – am 7. Mai 2001 – verschwand die damals neunjährige Peggy Knobloch aus Lichtenberg. Nun sollen die Ermittlungen gegen Holger E., einen Bekannten aus dem ehemaligen Bekanntenkreis der Familie, wieder aufgenommen werden.

Anwalt fordert Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen Holger E.

Das hat der Hofer Anwalt Jörg Meringer beantragt, der den Tatverdächtigten Manuel S. vertritt. In seinem Antrag an die Staatsanwaltschaft Bayreuth fordert der Verteidiger, dass geprüft wird, ob die markanten Pollenspuren sowie Reste einer Silage-Folie, die im Sommer 2016 an Peggys Leiche gefunden wurden, von einem Bauernhof bei Halle stammen.

Auffällige Vergangenheit des Verdächtigen Holger E.

Dort lebte 2001 zeitweise der frühere Verdächtigte Holger E. bei seinen Großeltern. Er kam damals öfter nach Lichtenberg, weil Verwandte von ihm Nachbarn der Familie Knobloch waren. Auffallend war, dass der damals 17-Jährige in seinem Zimmer nicht nur zahlreiche Fotos von Peggy hatte, sondern auch eine Kette mit einem Bild des kleinen Mädchens um den Hals trug.

Holger E. wurde inzwischen wegen anderer Fälle mehrfach verurteilt: Er hatte seine eigene zweijährige Tochter sexuell missbraucht – und bereits Anfang 2001 auch ein Nachbars-Mädchen von Peggy in Lichtenberg. Es wurde gegen ihn auch mehrfach im Fall Peggy ermittelt – doch bislang konnte ihm eine Beteiligung an ihrem Tod nicht nachgewiesen werden.

Staatsanwaltschaft prüft Antrag zur Wiederaufnahme der Ermittlungen

Jörg Meringer, der Anwalt des aktuell einzigen Verdächtigen Manuel S., hält das Alibi von Holger E. zum Zeitpunkt von Peggys Verschwinden für sehr brüchig sei. Das sagte Meringer gegenüber dem BR. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth werde den Antrag des Verteidigers prüfen, erklärte heute der Pressesprecher Jochen Götz auf BR-Anfrage. Ob neue Ermittlungen gegen Holger E. eingeleitet werden, steht noch nicht fest.

Manuel S. nach wie vor verdächtig

Der Sprecher der Bayreuther Ermittler erklärte, dass Manuel S. momentan der einzige Verdächtige sei. Der 41-jährige Mann aus dem Landkreis Wunsiedel, der vor 18 Jahren in Lichtenberg lebte, hatte 2018 zugegeben, dass er am Verschwinden von Peggy beteiligt gewesen sei – inzwischen aber dieses Geständnis widerrufen. Seinen Vorwurf, er sei von den Ermittlern bei der Aussage unter Druck gesetzt worden, hat das Landgericht Bayreuth nicht bestätigt.