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Fall Peggy: Ermittler wollen sich nicht zu Vorwürfen äußern | BR24

© Nicolas Armer/dpa

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Fall Peggy: Ermittler wollen sich nicht zu Vorwürfen äußern

Im Fall Peggy wollen sich Staatsanwaltschaft und Polizei in Bayreuth nicht zu den Vorwürfen des Rechtsanwalts des Beschuldigten äußern. Der Rechtsanwalt hatte kritisiert, sein Mandant habe sich von den Ermittlern unter Druck gesetzt gefühlt.

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Der festgenommene Mordverdächtige im Fall Peggy hat sein Teilgeständnis zurückgezogen. Sein Verteidiger kündigte Beschwerde gegen den Haftbefehl des Amtsgerichts Bayreuth an. Steht der mysteriöse Tod von Peggy doch nicht vor der Aufklärung?

Haben die Ermittler den Verdächtigen im Fall Peggy unter Druck gesetzt? Das behauptet der Anwalt von Manuel S.. Staatsanwaltschaft und Polizei wollen sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen werde man derzeit keine weiteren Auskünfte erteilen, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bayreuth auf BR-Anfrage. Der 41-jährige Verdächtigte hat nach Angaben seines Verteidigers Jörg Meringer aus Hof sein Teilgeständnis nur abgelegt, weil er sich in der stundenlangen Vernehmung von der Polizei unter Druck gesetzt fühlte.

Teilgeständnis widerrufen

Inzwischen habe Manuel S. seine Aussage von September aber zurückgenommen. Damals hatte er den Ermittlern gegenüber gestanden, Peggys Leiche in einem Waldstück vergraben zu haben. Am Dienstag wurde gegen den Mann Haftbefehl erlassen, dagegen hat sein Verteidiger Beschwerde angekündigt.

Anwalt sieht dünne Beweislage

Nach dem zufälligen Fund von Peggys sterblichen Überresten im Sommer 2016 konnten kleine Partikel von Torf und Farbe gesichert werden – und diese führte nach Auskunft der Polizei zu dem 41-Jährigen, der am Tag des Verschwindens von Peggy in Lichtenberg Garten- sowie Renovierungsarbeiten durchgeführt habe. Aber für Verteidiger Meringer haben diese Partikel wenig Beweiskraft: "Das sind Sachen, die jedem zugeordnet werden könnten, aber nicht zielgerichtet meinem Mandanten. Am 7. Mai 2001 haben wohl viele Menschen in Deutschland gepflanzt oder Häuser renoviert."

Und Meringer sieht im Fall seines Mandanten auch Parallelen zu der Verhaftung von Ulvi K. "Ich bin der Auffassung, dass man jetzt wieder erst eine Tathergangs-Hypothese erstellt hat. Und jetzt meinen Mandanten da reinzwängen will." Ulvi K. war in einem ersten Prozess 2004 wegen Mordes an Peggy verurteilt und dann in einem zweiten Prozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

Etwa 15 Jahre nach dem Tod von Peggy hatte ein Pilzsammler das Skelett in einem Wald bei Rodacherbrunn im Saale-Orla-Kreis - knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg im oberfränkischen Landkreis Hof entfernt - entdeckt.

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  • Annerose Zuber
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