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Fall Peggy: Ermittler prüfen Beschwerde gegen Freilassung | BR24

© pa/dpa/David Ebener

Der Grabstein von Peggy mit einem Foto des 2001 verschwundenen Mädchens.

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Fall Peggy: Ermittler prüfen Beschwerde gegen Freilassung

Nach der Freilassung des tatverdächtigen Manuel S. im Mordfall Peggy wollen die Ermittler nun die Entscheidung des Bayreuther Amtsgerichts prüfen und eventuell Beschwerde dagegen einlegen. Der 41-Jährige hatte sein Teilgeständnis widerrufen.

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Der vor zwei Wochen verhaftete Manuel S. ist seit Heiligabend wieder auf freiem Fuß. Das Bayreuther Amtsgericht hat den Haftbefehl gegen den 41-Jährigen aufgehoben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Der Anwalt des Mannes hatte in der vergangenen Woche Beschwerde gegen den Haftbefehl eingelegt.

Amtsgericht: Spuren am Ablageort der Leiche Peggys begründen kein Tötungsdelikt

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, hat das Amtsgericht einen dringenden Tatverdacht gegen den 41-Jährigen verneint. Das widerrufene Teilgeständnis könne nicht mehr gegen ihn verwendet werden, so die Begründung. Die Spuren am Ablageort der Leiche Peggys begründeten kein Tötungsdelikt. An den sterblichen Überresten des Mädchens hatten die Ermittler mikroskopisch kleine Pollen entdeckt, die sie als Bestandteile von Torf identifizierten. So ergab sich ein Bezug zu Pflanzarbeiten von Manuel S. am Tattag.

Die Ermittler erklärten, sie wollten die Entscheidung des Amtsgerichts nun eingehend prüfen. Davon hänge ab, ob dagegen Beschwerde eingelegt werden soll.

Was geschah mit Peggy?

Die neunjährige Peggy Knobloch war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Im Juli 2016 wurden Teile ihres Skeletts an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze in einem Wald bei Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis gefunden, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg im Landkreis Hof entfernt.

Manuel S. hatte vor drei Monaten in einer Vernehmung zugegeben, dass er das tote Mädchen im Mai 2001 mit seinem Auto in den Wald gebracht hatte. Er bestritt jedoch, das Mädchen getötet zu haben. Der Mann erklärte, er habe die leblose Peggy von einem Bekannten an einer Bushaltestelle übernommen.

Manuel S.: Freilassung am Heiligen Abend

Nach der Vernehmung im September war der 41-Jährige wieder auf freien Fuß gekommen. Ermittler verdächtigten ihn dennoch, Täter oder Mittäter gewesen zu sein. Am 10. Dezember wurde dann Haftbefehl gegen Manuel S. erlassen. Dieser wurde am Heiligen Abend aufgehoben.

© dpa-Bildfunk/David-Wolfgang Ebener

Tatverdächtiger auf freiem Fuß