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Vater des syrischen Mädchens Mezgin im Aschaffenburer Landgericht

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    Fall Mezgin Aschaffenburg: Revision gegen Urteil eingelegt

    Vom Mord an seiner Tochter Mezgin wurde ein Syrer freigesprochen. Wegen versuchten Mordes am Freund der Tochter muss er aber ins Gefängnis. Nach dem Urteil des Landgerichts Aschaffenburg haben Verteidigung und Nebenklage jetzt Revision eingelegt.

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    Von
    • Marcus Filzek
    • Christiane Scherm

    Vom Mord an seiner Tochter Mezgin hat das Landgericht den 46-jährigen Syrer mangels Beweisen freigesprochen. Weil er versucht hat, den Freund der Tochter mit einem Messer umzubringen, wurde er aber verurteilt. Wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung muss er für acht Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Genau gegen dieses Urteil habe die Verteidigung jetzt Revision eingelegt, so Ingo Krist, der Sprecher des Landgerichts Aschaffenburg.

    Urteil wegen versuchten Mordes wird jetzt geprüft

    Auch die Nebenklage ist in Revision gegangen, allerdings ohne Einschränkungen. Sie vertritt den Freund von Mezgin. Der Teil-Freispruch in Bezug auf den angeklagten Mord dürfte davon aber unberührt bleiben, so das Landgericht. Der neu eingerichtete, sechste Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Leipzig wird das Urteil wegen versuchten Mordes überprüfen.

    Vor Revision: Bürokratische Schritte nötig

    Zunächst muss das Gericht aber sein Urteil komplett schriftlich vorlegen, bevor die Revision ihren Lauf nehmen kann. Verteidigung und Nebenklage müssen ihre eingereichten Revisionen auf Grundlage des schriftlichen Urteils erst noch begründen. Prozess-Beobachter hatten nach der Urteilsverkündung am 22. April bereits fest damit gerechnet, dass zumindest die Verteidigung Rechtsmittel einlegen wird.

    Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat laut Gericht keine Rechtsmittel eingelegt.

    Mord an der Tochter konnte nicht nachgewiesen werden

    Am 22. April wurde der 46-jährigen Syrer vom Vorwurf des Mordes an seiner Tochter Mezgin freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, seine Tochter im Mai 2017 heimtückisch ermordet zu haben. Vermeintlich, um seine Ehre wieder herzustellen, weil er mit dem Lebensstil von Mezgin nicht einverstanden war – hieß es zu Beginn des Prozesses. Weil es nicht genügend Beweise gab, wurde er freigesprochen.

    Gericht: Versuchter Mord an Freund der Tochter nachgewiesen

    Der Mann hat versucht, den Freund der Tochter zu töten. Diese Tat sah das Aschaffenburger Landgericht als erwiesen an. Der Richter hat der Aussage zu dem Angriff mit einem Teppichmesser am Aschaffenburger Main-Ufer geglaubt. Für die These der Verteidigung, der junge Mann habe sich selbst verletzt, gebe es keine Anhaltspunkte, so der Richter. Für den Mordversuch hatte die Staatsanwaltschaft zum Prozess-Auftakt elf Jahre Haft für den Mann aus Syrien gefordert.

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