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Fall Maria Baumer: Ehemaliges Opfer des Angeklagten sagt aus | BR24

© BR/Julia Ruhs

Im Regensburger Prozess um die mutmaßliche Ermordung von Maria Baumer wird die Zeugin aussagen, die schon einmal vom Angeklagten mit Medikamenten betäubt wurde. Dieser Fall weist damit belastende Parallelen zum Fall Maria Baumer auf.

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Fall Maria Baumer: Ehemaliges Opfer des Angeklagten sagt aus

Im Regensburger Prozess um die mutmaßliche Ermordung von Maria Baumer wird die Zeugin aussagen, die schon einmal vom Angeklagten mit Medikamenten betäubt wurde. Dieser Fall weist damit belastende Parallelen zum Fall Maria Baumer auf.

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Im Mordprozess am Landgericht Regensburg geht es heute auch um ein altes Urteil aus dem Jahr 2016: Damals war der jetzige Angeklagte unter anderem verurteilt worden, weil er einer jungen Frau ein starkes Beruhigungsmittel untergemischt und sie damit betäubt hatte.

2016: Betäubung einer damals 21-Jährigen

Der Angeklagte wurde 2016 dafür bereits verurteilt. Parallelen zum Fall Maria Baumer, die den Angeklagten belasten. Er gab dies im Prozess zu, zudem wurde im Blut der damals 21-Jährigen Lorazepam nachgewiesen. Er hatte die Zeugin bei seiner Arbeit als Krankenpfleger kennengelernt, als Maria Baumer noch lebte.

Angeklagter war in andere Frau verliebt

Obwohl er mit Maria Baumer verlobt war, hatte er sich in die Patientin verliebt. Die Staatsanwaltschaft sieht darin ein mögliches Motiv für den mutmaßlichen Mord an Maria Baumer. Obwohl die Patientin seine Liebe nicht erwiderte, wollte er laut Anklageschrift frei sein für eine gemeinsame Zukunft mit der Patientin, ohne offiziell die Verlobung mit Maria Baumer lösen zu müssen.

Angeklagter hatte einfachen Zugang zu Beruhigungsmitteln

Das bei der ehemaligen Patientin eingesetzte Medikament Lorazepam, ist außerdem ein wichtiges Indiz für die Staatsanwaltschaft. Denn auch an Maria Baumers sterblichen Überresten konnte es vergangenes Jahr mit neuen Untersuchungsmethoden festgestellt werden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte auch seine Verlobte 2012 mit eben diesem Medikament betäubt und zusätzlich mit einem Opioid umgebracht haben. Im Prozess hatte sich gezeigt, dass der heute 35-jährige Angeklagte als Krankenpfleger einen einfachen Zugang zu dem Beruhigungsmittel hatte.

Auch Nichte des Angeklagten geladen

Zudem werden am Mittwoch frühere Vernehmungen des Angeklagten thematisiert, ebenfalls ist eine psychiatrische Sachverständige und eine Nichte des Angeklagten geladen. Außerdem werden noch einmal zwei IT-Sachverständige aussagen.

Angeklagter schweigt

Pilzsammler fanden im Herbst 2013 die Leiche Maria Baumers in einem Wald. Damals geriet der Verlobte bereits ins Visier der Ermittler, kam aber wieder auf freien Fuß. Ende 2019 wurde der Mann erneut festgenommen. Mit neuen technischen Methoden hatten Experten an Kleidung und Haaren des Opfers Medikamenten-Rückstände festgestellt. Der Angeklagte soll kurz vor dem Verschwinden der Frau nach tödlichen Arzneimittel-Mengen und "der perfekte Mord" gegoogelt haben. Bislang schwieg er im Prozess. Sein Anwalt will einen Freispruch erwirken.

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