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Fall Maddie: Bekannter Anwalt für Würzburger Verdächtigen | BR24

© picture-alliance/dpa

Der Verdächtige im Fall Maddie hat zwei neue Anwälte. Einer von ihnen hatte bereits Wettermoderator Kachelmann verteidigt.

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    Fall Maddie: Bekannter Anwalt für Würzburger Verdächtigen

    Erst vor ein paar Tagen hatten die Anwälte des Verdächtigen im Fall Maddie ihr Mandat niedergelegt. Nun hat Christian B. zwei neue Verteidiger: darunter der bekannte Anwalt Johannes Schwenn, der schon oft Prominente vor Gericht verteidigt hat.

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    Friedrich Fülscher aus Kiel und Johannes Schwenn aus Hamburg sind die neuen Strafverteidiger für Christian B. – den Verdächtigen im Fall Maddie - Madeleine McCann. Das bestätigte Fülscher dem Bayerischen Rundfunk. Schwenn ist kein Unbekannter: Im Jahr 2010 war er der Anwalt von Wettermoderator Jörg Kachelmann und hatte ihn erfolgreich vor Gericht vertreten. Kachelmann war beschuldigt worden, seine Ex-Freundin vergewaltigt und verletzt zu haben. Er war freigesprochen worden. Der Prozess hatte damals für Schlagzeilen gesorgt.

    Zu den Mandanten von Anwalt Johannes Schwenn zählten auch weitere namhafte Persönlichkeiten wie Wolf Biermann, Gregor Gysi, Jan Ullrich oder der ehemalige VW-Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert.

    Verdächtiger Christian B. noch nicht zu Maddie befragt

    Die ursprünglichen Verteidiger von Christian B. hatten vergangene Woche ihr Mandat niedergelegt. Zu den Gründen wollten sie keine Angaben machen. Der Verdächtige Christian B. wurde bislang nicht zum Fall Maddie befragt. "Dieser Zeitpunkt ist für uns noch nicht gekommen", sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig zum BR. Eine Vernehmung erfolge häufig erst zum Abschluss der Ermittlungen. Erst dann könne man dem Beschuldigten konkrete Fragen zu den Ergebnissen stellen, so Wolters.

    Hunderte neue Hinweise nach "Aktenzeichen XY"-Sendung

    Die Staatsanwaltschaft Braunschweig und das Bundeskriminalamt (BKA), die in dem Fall ermitteln, prüften noch immer die zu Hunderten eingegangenen Hinweise zu dem Fall und dem Tatverdächtigen. 13 Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Maddie waren die Ermittler erneut an die Öffentlichkeit gegangen. Anfang Juni hatten die Ermittler auf der Internetseite des BKA einen Zeugenaufruf gestartet. Zeitgleich lief dieser in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst".

    Hintergrund: Verdächtiger soll aus dem Raum Würzburg stammen

    Der Verdächtige soll ursprünglich aus dem knapp 4.000-Einwohner-Ort Bergtheim im Landkreis Würzburg stammen. Anfang der 1990er-Jahre soll er nach Würzburg gezogen sein und dort eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker gemacht haben. Dort soll er in einer Jugendhilfeeinrichtung gewohnt haben. Auf Nachfrage heißt es dort: Die Unterlagen wurden routinemäßig vor etwa 15 Jahren vernichtet.

    Als Jugendlicher soll B. Einbrüche und kleinere Drogendelikte begangen haben. 1994, mit 17 Jahren, folgte dann wohl ein Prozess vor dem Würzburger Amtsgericht. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Würzburg auf Nachfrage des BR: "Ja, wir haben ein Urteil gegen Christian B. aus dem Jahr 1994 hier vorliegen", sagte Pressesprecher Boris Raufeisen. Ob das der Mann sei, der derzeit eine Haftstrafe in der JVA Kiel verbüße, könne er nicht kommentieren. Es ging um damals Kindesmissbrauch, heißt es. Bestätigen will das die Staatsanwaltschaft aber nicht offiziell.

    Maddie - Madeleine: Keine Hinweise darauf, dass das Mädchen noch lebt

    Bislang haben die Ermittler keine Hinweise dafür, dass das Mädchen noch lebt. Einen forensischen Beweis gebe es nicht. Deshalb bleibe noch eine "gewisse Hoffnung", so Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Das sei aber eine "rein theoretische Möglichkeit". Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet. Wolters wolle keine Hoffnungen zerstören. In Deutschland seien in solchen Fällen Mordermittlungen üblich.

    Für Madeleines Eltern Kate und Gerry McCann bedeutet die Diskussion nach Einschätzung des britischen "Mirror" eine erneute Tortur. Wolters betonte nun: "Hundertprozentige forensische Sicherheit kann ich nicht bieten." Aus Sicht der Ermittler sei aber klar, dass das Mädchen getötet wurde. Es gebe so viele Anhaltspunkte, dass wegen einer Straftat ermittelt werde, in Deutschland eben Mord.

    Hintergrund: Maddie - Madeleine ist seit 13 Jahren spurlos verschwunden

    Am 3. Mai 2007 war die damals dreijährige Britin Madeleine McCann spurlos aus einem Hotelzimmer im portugiesischen Ferienort Praia de Luz verschwunden und wird seitdem vermisst. 13 Jahre später teilten das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend mit, dass ein wegen anderer Delikte inhaftierter 43-jähriger Deutscher unter Mordverdacht stehe. Er sitzt in Kiel im Gefängnis.

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