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Fall Maddie McCann: Hunderte Hinweise eingegangen | BR24

© © BR/Susanne Hofmann

Das britische Mädchen Maddie McCann verschwand vor mehr als 13 Jahren bei einem Urlaub in Portugal.

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    Fall Maddie McCann: Hunderte Hinweise eingegangen

    Im Fall der seit 13 Jahren vermissten Maddie McCann sind bei den deutschen Ermittlern mittlerweile hunderte Hinweise eingegangen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig dem BR mit. Der tatverdächtige Mann soll aus Würzburg stammen.

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    Am vergangenen Mittwoch hatten die Ermittler des BKA einen Zeugenaufruf im Kriminalfall "Maddie" gestartet, der gleichzeitig in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" lief. "Die Resonanz ist wirklich groß", betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Christian Wolters. "Aber wie verheißungsvoll die Hinweise sind, wird jetzt erst ausgewertet - und das kann noch einige Wochen dauern." Belastbare Hinweise und Erkenntnisse würden schnellstmöglich kommuniziert, "auch um zu zeigen: Ja, an die Öffentlichkeit zu gehen, bringt etwas", betont Wolters.

    Tatverdächtiger soll aus Würzburg stammen

    Wie verschiedene Medien am vergangenen Donnerstag (04.06.20) berichteten, soll der Tatverdächtige im Fall "Maddie" aus Würzburg stammen. In einer Presseinformation bestätigte die Staatsanwaltschaft lediglich, dass gegen einen 43-jährigen deutschen Staatsangehörigen wegen Mordverdacht ermittelt werde. "Derzeit verbüßt der Beschuldigte in anderer Sache eine längere Haftstrafe", heißt es in der Pressemitteilung.

    1994 in Würzburg wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

    Der Beschuldigte ist ein mehrfach vorbestrafter Sexualtäter, der unter anderem auch wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt wurde. Wie die FAZ und der Spiegel berichteten, soll es sich bei dem 43-Jährigen um Christian B. handeln. Laut "Bild" wurde er 1976 in Würzburg unter anderem Namen geboren, lebte in einem Kinderheim und wurde dann adoptiert. Christian B. wurde 1994 am Amtsgericht Würzburg wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Würzburg auf Nachfrage des BR: "Ja, wir haben ein Urteil gegen Christian B. aus dem Jahr 1994 hier vorliegen", sagte Pressesprecher Boris Raufeisen. Ob das der Mann sei, der derzeit eine Haftstrafe in der JVA Kiel verbüße, könne er nicht kommentieren. B. war damals erst 17 Jahre alt, er wurde also nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Deswegen wurde die Verhandlung nicht-öffentlich geführt. Weitere Informationen, etwa zum Strafmaß, könne Raufeisen deshalb nicht geben. Wie die "Mainpost" berichtet, war Christian B damals zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden.

    Zwischen 1995 und 2007 regelmäßige Aufenthalte im Süden Portugals

    Nach Informationen deutscher Ermittler verbrachte er zwischen 1995 und 2007 regelmäßig Zeit im Süden Portugals - auch in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Dort soll er den deutschen Justizbehörden zufolge Gelegenheitsjobs gehabt haben, zum Beispiel in der Gastronomie. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass er seinen Lebensunterhalt dort auch durch Einbrüche in Hotelanlagen und Ferienwohnungen sowie Drogenhandel bestritt.

    Der "Bild"-Zeitung zufolge soll B. 2012 bis 2014 in Braunschweig einen Kiosk betrieben haben. Laut Strafregister hielt er sich zudem in Schleswig-Holstein auf. So verurteilte ihn ein Gericht in Niebüll in Nordfriesland 2011 wegen eines Drogendelikts. Wie die Magdeburger "Volksstimme" berichtete, besitzt B. in Sachsen-Anhalt bei Neuwegersleben ein altes, verfallenes Grundstück.

    2018 Strafe wegen Kindesmissbrauchs verbüßt

    Laut "Volksstimme" und "Spiegel" prüfen die Ermittler daher auch, ob der Verdächtige möglicherweise ebenso für das Verschwinden der fünfjährigen Inga aus Sachsen-Anhalt 2015 verantwortlich sein könnte. Das Mädchen verschwand während eines Familienbesuchs in Uchtspringe, jeweils etwa 90 Kilometer von Neuwegersleben und Braunschweig entfernt.

    Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Freitag außerdem, dass der Tatverdächtige im Juli 2017 aus Portugal nach Schleswig-Holstein ausgeliefert wurde. Dort soll er bis August 2018 eine Strafe wegen Kindesmissbrauchs verbüßt haben. Er sei zwischenzeitlich frei gekommen und habe sich in den Niederlanden und in Italien aufgehalten, bevor er dort erneut festgenommen und nach Schleswig-Holstein überstellt worden sei. Aktuell soll B. in Kiel wegen Drogenhandels im Gefängnis sitzen.

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