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Fall Maddie McCann: Auf Spurensuche in Unterfranken | BR24

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Dreizehn Jahre ist es her, dass die kleine Maddie beim Urlaub mit ihren Eltern in Portugal verschwand. Nun wurde ein 43-Jähriger aus dem Raum Würzburg als dringend Tatverdächtiger ermittelt. Wir sind auf Spurensuche gegangen.

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Fall Maddie McCann: Auf Spurensuche in Unterfranken

Was seit Tagen in den Zeitungen kursiert, ist jetzt offiziell bestätigt: Der Verdächtige im Fall Maddie McCann wuchs in Bergtheim im Landkreis Würzburg auf. Wer ist Christian B.? Eine Spurensuche.

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Christian B., der Verdächtige im Fall Maddie McCann, ist in Bergtheim aufgewachsen, einer knapp 4.000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Würzburg. Das hat die dortige Verwaltungsgemeinschaft nun auf eine Nachfrage hin bestätigt. In einem großen Kalksteinhaus in der Ortsmitte lebten seine Eltern damals, die B. als Kind adoptiert hatten.

Im Ort trat er kaum in Erscheinung

Heute erinnert sich niemand mehr so wirklich an den heute 43-Jährigen. Selbst Bürgermeister Konrad Schlier – obwohl selbst gebürtiger Bergtheimer – erklärte im Gespräch dem Bayerischen Rundfunk: "Er war im Vereinsleben nicht sehr aktiv, war im Ort nicht präsent. Er hat ja auch nicht lange hier in Bergtheim gelebt."

Anfang der 1990er Jahre zog B. für eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker nach Würzburg. Währenddessen soll er ein paar Jahre in einer Jugendhilfeeinrichtung in Würzburg verbracht haben. Auf Nachfrage heißt es dort: Die Unterlagen seien routinemäßig vor etwa 15 Jahren vernichtet worden.

Schon als Jugendlicher straffällig

Als Jugendlicher soll B. Einbrüche und kleinere Drogendelikte begangen haben. 1994, mit 17 Jahren, folgte dann ein Prozess vor dem Würzburger Amtsgericht, wie die Staatsanwaltschaft Würzburg auf Nachfrage von BR24 bestätigte. "Ja, wir haben ein Urteil gegen Christian B. aus dem Jahr 1994 hier vorliegen", sagte Gerichtssprecher Boris Raufeisen. Ob das der Mann sei, der derzeit eine Haftstrafe in der JVA Kiel verbüße, könne er nicht kommentieren.

Es ging um Kindesmissbrauch, heißt es. Bestätigen will das die Staatsanwaltschaft aber nicht offiziell. Nur so viel: "Das angefragte Urteil betrifft die Details einer nicht-öffentlichen Verhandlung nach Jugendstrafrecht." Mehr Informationen zu dem Fall würden die Persönlichkeitsrechte des damals Verurteilten verletzten. Nach Angaben der Mainpost soll das Gericht damals eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt haben.

Verdächtiger hielt sich zur Tatzeit nahe des Tatorts auf

Nach Informationen von deutschen Ermittlern soll der Verdächtige zwischen 1995 und 2007 regelmäßig Zeit im Süden Portugals verbracht haben. Unter anderem in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz – die Gegend, in der Maddie am 3. Mai 2007 spurlos verschwand.

Dort soll sich der heute 43-Jährige den deutschen Justizbehörden zufolge mit Gelegenheitsjobs, etwa in der Gastronomie, über Wasser gehalten haben. Außerdem gibt es Hinweise, dass er dort auch in Hotelanlagen und Ferienwohnungen eingebrochen ist und mit Drogen handelte. Wegen Drogenhandels sitzt B. Berichten zufolge noch in Kiel im Gefängnis.

Hunderte Hinweise nach Zeugenaufruf

Vergangenen Mittwoch, am 3. Juni, hatten die Ermittler des Bundeskriminalamts einen Zeugenaufruf im Kriminalfall "Maddie" gestartet, der gleichzeitig in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" lief.

"Die Resonanz ist wirklich groß", betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Christian Wolters. "Aber wie verheißungsvoll die Hinweise sind, wird jetzt erst ausgewertet - und das kann noch einige Wochen dauern."

Belastbare Hinweise und Erkenntnisse würden schnellstmöglich kommuniziert, "auch um zu zeigen: Ja, an die Öffentlichkeit zu gehen, bringt etwas", betont Wolters.

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