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Seit ein paar Wochen werden zwei Uhu-Waisenkinder bei einem Falkner-Ehepaar im unterfränkischen Hasselberg aufgepäppelt. Beide entwickeln sich laut Karin und Roland Weber prächtig. Nun hoffen die Falkner, dass sie wieder ausgewildert werden können.

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Falkner im Spessart kümmert sich um Uhu-Waisenkinder

Seit ein paar Wochen werden zwei Uhu-Waisenkinder bei einem Falkner-Ehepaar im unterfränkischen Hasselberg aufgepäppelt. Beide entwickeln sich laut Karin und Roland Weber prächtig. Nun hoffen die Falkner, dass sie wieder ausgewildert werden können.

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Von
  • Sylvia Schubart-Arand

Im April hat ein Jäger einen toten, weiblichen Uhu auf der Straße zwischen Roden und Urspringen im Landkreis Main-Spessart gefunden. Er hat die Polizei verständigt. Daraufhin konnten zwei hinterbliebene Uhu-Babys gerettet werden. Sie sind untergebracht bei dem Falkner-Ehepaar Karin und Roland Weber im unterfränkischen Hasselberg. Die Pflegeeltern haben die beiden Uhus vor dem sicheren Tod gerettet. Denn als sie aufgefunden wurden, waren sie sehr geschwächt.

Tag und Nacht wurden die Uhus mit Eintagsküken gefüttert

Die Falkner fütterten die schwachen Jungvögel alle vier Stunden mit gehäckselten und vom Gewölle befreiten Mäusen und Eintagsküken und päppelten sie so auf. Jetzt sind die beiden Uhus putzmunter und müssen nur noch zweimal täglich mit Eintagsküken gefüttert werden, die auch nicht mehr abgezogen werden müssen. Davon verdrückt jeder der kleinen Uhus täglich sechs bis acht Stück. Die Webers besorgen die Eintagsküken über den Zoohandel – tiefgefroren in 10-Kilo-Säcken. Derzeit brauchen sie täglich rund 200 Eintagsküken. Denn die Webers züchten auch Schneeeulen, Wüstenbussarde und sibirische Uhus.

Wild-Uhu mit gebrochenem Flügel

Die Uhus sind in einem großen Voliere untergebracht. Dort hüpfen sie schon eifrig herum und versuchen, auf einen Baumstumpf zu klettern. Bis die Wild-Uhus alt genug sind, um wieder ausgewildert werden zu können, wird es noch einige Wochen dauern. In der Voliere ist noch ein gefundener Wild-Uhu aus Trennfeld untergebracht, um dessen gebrochenen Flügel sich die Wildvogelexperten kümmern. Noch wissen sie nicht, ob er je wieder fliegen kann. Jedenfalls kann er so lange ein Auge auf die junge Uhu-Truppe werfen, damit sie nicht zu übermütig werden. Vielleicht akzeptieren sie ihn auch als Lehrer – denn normalerweise lernen die Jungtiere viel von den Alten, etwa was Fressfeinde und Futtertiere sind. Aber hier gibt es kaum Adler, die für die Uhus gefährlich werden könnten.

Webers kümmern sich auch um ein Baummarder-Pärchen

Als Retter in der Not kümmern sich die Webers in ihrer Auffangstation auch um ein Baummarder-Pärchen. Die sind aber mittlerweile so fit, dass die Webers froh sind, es nun einer Wildtierstation in Hünfeld überlassen zu können, die darauf spezialisiert ist. "Denn die Baummarder passen nicht zu den Greifvögeln", sagt Falknerin Weber. Doch als ein Spaziergänger die völlig unterkühlten und hungrigen Marder bei einem Baumstumpf fanden, gab es für die Webers kein langes Überlegen, und sie nahmen sie erst einmal auf.

Rettungsaktion für Buntspechte

In dieser Woche retteten das Falkner-Ehepaar dann vier kleinen Buntspechten das Leben. Waldarbeiter aus der Gemeinde hatten mehrere Bäume gefällt und die Stämme aufeinandergestapelt und dabei Löcher eingeklemmt. In einem war ein Spechtnest. Die Jungen steckten fest, kamen nicht mehr raus und machten entsprechend ängstliche Geräusche. Spaziergänger wurden aufmerksam und gaben den Falkner Bescheid. Roland Weber vergrößerte das Loch mit einer Säge, seine Frau konnte so die Jungvögel befreien. Das Falkner-Ehepaar nahm die Vögel erst mal mit nach Hause, besorgte noch am Abend spezielles Futter. Die Webers sind froh, dass Unterstützer sich bereit erklärt haben, zumindest diese kleinen Piepmätze zu pflegen, bis sie flügge sind. Roland Weber ist nach der Rettungsaktion dennoch ungehalten: "Während der Vogelbrut sollten einfach keine Bäume gefällt werden".

© Karin Weber
Bildrechte: Karin Weber

Seit ein paar Wochen werden zwei Uhu-Waisenkinder bei einem Falkner-Ehepaar im unterfränkischen Hasselberg aufgepäppelt. Sie entwickeln sich gut.

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