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Faktischer Lockdown im Rottal: Wie sieht der Alltag nun aus? | BR24

© BR/Sarah Beham

Der niederbayerische Landkreis Rottal-Inn löst das Berchtesgadener Land mit den höchsten Corona-Infektionszahlen ab. Mit einem 7-Tage-Inzidenzwert von über 200 gilt seit heute im Landkreis Rottal-Inn ein faktischer Lockdown.

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Faktischer Lockdown im Rottal: Wie sieht der Alltag nun aus?

Nach steigenden Infektionszahlen und einem offiziellen 7-Tage-Inzidenzwert von über 200 gilt im Landkreis Rottal-Inn ein faktischer Lockdown. Die Maßnahmen sollen zunächst bis einschließlich 5. November andauern.

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Wegen hoher Corona-Zahlen hat der Landkreis Rottal-Inn ab heute einen Lockdown verhängt. Beim Beschluss der neuen Maßnahmen habe man sich am Berchtesgadener Land orientiert, wo es ebenfalls aufgrund hoher Infektionszahlen zum faktischen Lockdown gekommen war, hieß es. Die Maßnahmen im Rottal sollen zunächst bis einschließlich Donnerstag, 5. November, andauern.

Vereinzelt sind Menschen im Stadtgebiet unterwegs

Doch wie sieht dieser Lockdown im Rottal tatsächlich aus? Die Straßen in Pfarrkirchen sind nicht völlig leer und komplett verlassen. Am Stadtplatz sind ein paar Menschen unterwegs, einige gehen mit dem Hund spazieren, andere fahren Fahrrad, viele waren morgens schon beim Bäcker oder beim Einkaufen. Das ist auch alles erlaubt. Fazit: Es ist deutlich weniger los als sonst, aber doch mehr als gedacht.

Bürger zeigen Verständnis für die Situation

Die Polizei hat ihre Präsenz erhöht, eine Polizeistreife fährt den Stadtplatz auf und ab und überprüft die Einhaltung der Regeln: Maskenpflicht, Abstand halten, Verlassen des Hauses nur mit triftigem Grund. Matthias Kempf, Sprecher des Landratsamtes, sagt, die Regeln des Lockdowns werden im Landkreis gut angenommen: "Wir haben das Gefühl, dass die meisten Verständnis dafür haben, wir haben die Erfahrung aus dem ersten Lockdown. Aber natürlich wird es immer welche geben, die dagegen aufbegehren, das haben wir gestern bei der Demo gesehen. Da müssen wir durch – es gibt keine Alternative."

© BR/Sarah Beham

Die Teststation in Pfarrkirchen

Doch Einige trifft dieser Lockdown erneut besonders hart, vor allem die Schüler, die jetzt wieder im Distanzunterricht sind: "Wir haben jetzt auf Homeschooling umgestellt - nicht so gut, wie wenn man es präsent machen würde", sagt Lehrer Thomas Reiter.

Lockdown trifft Schüler und Geschäftsleute hart

Stark betroffen vom Lockdown sind auch die Geschäftsleute im Landkreis, wie beispielsweise Gerda Burner. Sie ist Filialleiterin von einem Modegeschäft in Pfarrkirchen: "Heute haben wir noch offen, morgen ein paar Stunden und dann werden wir bis nächsten Freitag schließen. Es lohnt sich nicht, wenn den ganzen Tag eine Verkäuferin gezahlt wird. Wir schließen wirklich komplett. Es ist schade, es ist traurig, man hat Angst: Wie geht es weiter?"

Der Landkreis setzt nun darauf, möglichst viel zu testen, heißt es aus dem Landratsamt: Die Teststation in Pfarrkirchen sei gut besucht und in Eggenfelden soll es eine Reihentestung für Schüler und Lehrer geben. Zudem wird in dieser Woche wohl eine Teststation in Simbach am Inn aufgebaut: hauptsächlich für die Grenzpendler.

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