BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

"Fake News" aus dem 18. Jahrhundert – Führung in Würzburg | BR24

© BR

1725 spielte sich in Eibelstadt und Würzburg ein handfester Betrug in der Wissenschaft ab, der die Forscher bis heute und nicht nur in Deutschland beschäftigt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

"Fake News" aus dem 18. Jahrhundert – Führung in Würzburg

Im 18. Jahrhundert sorgte der Würzburger Medizinprofessor Johann Beringer für einen Wissenschaftsskandal mit den "Würzburger Lügensteinen". Am 20. September widmet sich die Unibibliothek in einer kostenlosen Führung diesen frühen "Fake News".

Per Mail sharen

Johann Beringer, der Leibarzt des Würzburger Fürstbischofs, bekam im Mai 1725 von Jugendlichen angebliche Fossilien zugetragen, die sie in Eibelstadt bei Würzburg in den Weinbergen gefunden haben wollten. In den Folgemonaten wurden insgesamt fast 2.000 dieser gefälschten Versteinerungen ausgegraben. Sie zeigen Insekten und Frösche, Pflanzen und Vögel, hebräische und arabische Schrift.

Intrige oder Dummer-Jungen-Streich

Erst 1732 erkannte Beringer nach eigenen Angaben, dass es sich dabei um Fälschungen handelte. Allerdings ist bis heute nicht klar, ob das Ganze ein Dummer-Jungen-Streich oder eine gezielte Intrige gegen Beringer war. Ebenso ungeklärt ist, ob der Medizinprofessor wirklich so unwissend und unschuldig war, wie er zeitlebens behauptete. Beringer hatte schließlich auch ein Buch über seine Fossilien geschrieben. Heute sind noch etwa 600 der Lügensteine erhalten und in verschiedenen Museen zu sehen.

Kostenlose Führung in Würzburg am 20. September

Wer mehr erfahren will über die spannende Geschichte dieser "Fake News" aus dem 18. Jahrhundert, kann am Freitag, den 20. September an einer kostenlosen Führung in Würzburg teilnehmen. Der Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Information der Zentralbibliothek der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Hubland.