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Fake-Meldung über Corona-Virus-Fall: Besorgte Bürger in Passau | BR24

© BR/Anne-Lena Schug

Das Gesundheitsamt Passau reagiert verärgert, nachdem in einer Social-Media-App eine Falschmeldung über einen vermeintlichen Fall des Corona-Virus in Passau verbreitet wurde. Wegen der Meldung haben schon besorgte Bürger beim Amt angerufen.

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Fake-Meldung über Corona-Virus-Fall: Besorgte Bürger in Passau

Das Gesundheitsamt Passau reagiert verärgert, nachdem in einer Social-Media-App eine Falschmeldung über einen vermeintlichen Fall des Corona-Virus in Passau verbreitet wurde. Wegen der Meldung haben schon besorgte Bürger beim Amt angerufen.

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Nachdem eine Falschmeldung über eine angebliche Coronavirus-Ansteckung in Passau verbreitet wurde, befürwortet das Gesundheitsamt Passau jetzt eine strafrechtliche Verfolgung der Sache. Walter Wifling, Leiter des Gesundheitsamtes Passau, sagte dem BR auf Anfrage: "Da ist überhaupt nichts dran. Wir haben keine bestätigten Fälle und auch keine Verdachtsfälle. Es handelt sich rein um einen Fake und ich empfinde das nicht als lustig, sondern das ist primär eine strafrechtlich zu bewertende Tatsache." Es hätte durch die Meldung bereits vereinzelte Anrufe von besorgten Bürgern beim Gesundheitsamt gegeben.

Universität Passau reagiert schnell

Eine echte Welle der Beunruhigung sei aber glücklicherweise ausgeblieben, vor allem weil die Uni Passau die Meldung sehr schnell dementiert hat. Wifling sicherte zu, dass Passau auf Patienten mit einer Corona-Ansteckung vorbereitet wäre. Alle Krankenhäuser wurden angeschrieben und auf Meldepflichten aufmerksam gemacht. Es gebe auch spezielle Hygienepläne. Der Leiter des Gesundheitsamtes betonte jedoch, dass eine Ansteckung mit dem Coronavirus in Passau unwahrscheinlich sei. Ansteckungsgefahr bestehe vor allem nur dann, wenn jemand in China gewesen sei.

Wenn Beschwerden auftreten würden, sollten sich die Betroffenen mit dem Gesundheitsamt oder dem Hausarzt telefonisch in Verbindung setzen. Wifling rät davon ab, in die Notaufnahme zu gehen, sofern der Gesundheitszustand nicht allzu kritisch ist.

Isolation bei Ansteckung

In der Notaufnahme bestehe die Gefahr viele andere Menschen anzustecken. In einem tatsächlichen Coronavirus-Fall würde versucht werden, den Patienten zu Hause zu isolieren und zu behandeln. Die Debatte um eine Coronavirus-Ansteckung in Passau ist durch eine Falschmeldung entstanden, die auf der Social-Media-Plattform Jodel verbreitet wurde, die viele Studierende nutzen. Es zeigt einen Screenshot eines gefälschten Artikels der "Süddeutschen Zeitung" mit der Schlagzeile "Coronavirus in Passau: Verdacht bestätigt sich." Das Titelbild zeigt den Passauer Campus. So hätte der Eindruck entstehen können, dass es einen Coronavirus-Fall an der Uni gäbe.

User können anonym posten

In Zusammenarbeit mit der "SZ" fand die Uni heraus, dass es sich um einen gefälschten Artikel handelt. "Dieser Artikel wurde nie geschrieben. Da hat also jemand mit Photoshop täuschend echte Arbeit geleistet", so Katrina Jordan, Pressesprecherin der Uni Passau. Die Uni informierte die Polizei, die den Fall jetzt in "straf- und bußgeldrechtlicher Hinsicht" prüft. Dabei würden die Beamten auch mit Jodel zusammenarbeiten um herauszufinden, wer die Falschmeldung gepostet hat. Das ist auf Jodel nicht ersichtlich, hier können die User anonym Beiträge schreiben.

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