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Fahrservice zum Impfzentrum: Ehrenamtlicher hilft Senioren | BR24

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Bildrechte: BR/ Peter Allgaier

Menschen in Pflege- und Altenheimen sind inzwischen weitgehend geimpft. Doch viele Ältere, die noch zuhause leben, sind nicht mobil genug, um zu den Impfzentren zu fahren. In Vöhringen im Landkreis Neu-Ulm gibt es für sie einen speziellen Service.

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Fahrservice zum Impfzentrum: Ehrenamtlicher hilft Senioren

Menschen in Pflege- und Altenheimen sind inzwischen weitgehend geimpft. Doch viele Ältere, die noch zuhause leben, sind nicht mobil genug, um zu den Impfzentren zu fahren. In Vöhringen im Landkreis Neu-Ulm gibt es für sie einen speziellen Service.

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Von
  • Peter Allgaier
  • Veronika Scheidl

"Hallo, könnten Sie mich bitte zum Impfen bringen", schallt es aus dem Hörer. Bei Alois Heinrich in Vöhringen steht das Telefon kaum mehr still. Schon 21 Senioren haben bei ihm angerufen. Denn er fährt ehrenamtlich ältere Menschen zum Impfzentrum. Weil der Bedarf groß ist, fordert Heinrich auch andere Menschen auf, sich ehrenamtlich für die Seniorinnen und Senioren zu engagieren.

In Vöhringen stellt die Stadt ihr Elektroauto für die Fahrten zur Verfügung. Heute holt Alois Heinrich bei winterlichem Wetter Elisabeth Stetter ab. "Ich bin froh, dass ich nicht selbst bei diesem Wetter nach Weißenhorn kommen muss", sagt die 87-Jährige. "Sonst hätte wahrscheinlich meine Tochter extra aus Stuttgart herfahren müssen.“

Impfstoff ist knapp - Termine fallen aus

Dass Stetter überhaupt einen Impftermin bekommen hat, ist nicht selbstverständlich. Weil Impfstoff-Lieferungen ausbleiben, mussten die Impfzentren in den vergangenen Tagen viele Termine absagen oder verschieben. "Derzeit wird man oft vertröstet“, sagt Alois Heinrich. Denn er übernimmt auch die Anmeldung für die Senioren, was für diese oft nicht leicht zu bewältigen ist.

Komplizierte Anmeldung fürs Impfen

Heinrich ist selbst schon über 70 und hatte anfangs mit der Registrierung zu kämpfen. Dass man sich über das Internet anmelden soll und es dazu eine eigene Mailadresse braucht, sei nicht gerade seniorenfreundlich, sagt Heinrich. Und die Telefon-Hotlines seien oft überlastet.

Nach gut zehn Minuten erreicht er mit Elisabeth Stetter das Impfzentrum in Weißenhorn, das in einem ehemaligen Supermarkt untergebracht ist. Die Seniorin legt ihren Impfpass vor und bekommt ein elektronisches Namensschild angeklebt. Das lässt sich scannen und jede Station hat so automatisch ihre Daten.

Bislang keine Komplikationen im Impfzentrum Weißenhorn

Gleich im ersten Raum wartet ein Aufklärungsfilm, der über Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle informiert. Ernsthafte Komplikationen habe es bislang nicht gegeben, versichert Peter Czermak, der ärztliche Leiter des Impfzentrums. Bei fast 5.000 Impfungen hätten nur ein paar Senioren Probleme mit dem Kreislauf bekommen.

Doch eine Sache treibt auch Peter Czermak um. "Wir impfen hier täglich 100 bis 120 Menschen, hätten aber Kapazitäten für 300“, sagt der ärztliche Leiter. Er hofft, dass bald mehr Impfstoff kommt.

Zwei Impfungen sind notwendig

Die 87 Jahre alte Elisabeth Stetter geht derweil mit einem Arzt ihre Krankenakte durch, um Risikofaktoren auszuschließen. Kurz darauf macht sie ihren linken Oberarm frei und nach wenigen Sekunden ist die Spritze gesetzt. Elisabeth Stetter darf nicht sofort nach Hause, sondern muss sicherheitshalber noch eine halbe Stunde warten.

"Ein kleines bisschen übel ist mir, aber nicht schlimm“, sagt die 87-Jährige. In ihrem Alter sei sie froh, bald geschützter zu sein - die zweite Corona-Impfung folgt in vier Wochen. Ihr Fahrer wird dann wieder Alois Heinrich sein, der hofft, dass auch andere seinem Beispiel folgen und Senioren über die Hürden zur Impfung helfen.

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