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Fahrradverkauf boomt in Zeiten von Corona | BR24

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Fahrräder in allen Variationen sind in der Corona-Krise offenbar gefragter denn je. Wir fragen woran das liegt und wie die Hersteller die anhaltende Nachfrage nach E-Bikes, Pedelecs und Co. bewältigen?

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Fahrradverkauf boomt in Zeiten von Corona

In Zeiten von Rezession und wirtschaftlicher Ungewissheit gibt es auch Gewinner der Corona-Pandemie: In Franken und der Oberpfalz befinden sich viele Fahrrad-Händler im Aufwind. Ob der Trend anhält, darüber sind sich Händler und Hersteller uneinig.

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Von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr steht Stephan Pelzl in seiner Fahrradwerkstatt und bereitet die bereits verkauften Fahrräder für seine Kunden vor. In der Radwelt in Dörfles-Esbach im Landkreis Coburg hat er bereits jetzt schon fast alle Räder verkauft, die er für dieses Jahr beim Großhändler bestellt hat. Neben E-Bikes sind derzeit auch Kinderfahrräder gefragt.

Fahrräder für den Heimaturlaub

Als Grund nennt Pelzl die Corona-Krise und deren Auswirkungen. So erzählen ihm viele seiner Kunden, dass sie nicht wissen, ob sie in den Urlaub fahren können. Um die Gegend zu Hause zu erkunden, wäre das Fahrrad sehr attraktiv für sie, so Pelzl. Aber auch die Angst vor Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln würde viele seiner Kunden zum Fahrrad greifen lassen. Doch nicht nur Pelzl hat in Zeiten von Corona gerade eine gute Auftragslage.

Ungewiss, ob "kleiner Fahrradboom" anhält

Auch beim oberpfälzischen Fahrradhersteller Cube aus dem Landkreis Tirschenreuth stellt man eine erhöhte Nachfrage bei Fahrrädern fest. Cube spricht allerdings nur von einem "kleinen Fahrradboom". Noch ist man sich nicht sicher, ob er anhält, oder ob es nur ein Sturm nach den Ladenschließungen während des Lockdowns sei. Wie vor vielen Cube-Stores, bilden sich auch vor dem in Marktredwitz derzeit lange Schlangen. Das liege aber an den Sicherheitsmaßnahmen, die durch die Corona-Krise eingehalten werden müssten, sagt Marie Korzen vom Cube Marketing dem BR.

Nach kurzer Pause: Lieferketten funktionieren wieder

Auch wenn in der Montage am Firmensitz in Waldershof bei Cube im März zwei Wochen nicht gearbeitet werden konnte, weil das Material aus China fehlte – Lieferschwierigkeiten habe man derzeit keine. Inzwischen würden die Lieferketten auch wieder funktionieren und die Auslieferung bestellter Räder würde durchgehend stattfinden. Das verdankt Cube auch seinem Pufferlager in Waldershof.

Absatz von Fahrradteilen steigt vor allem in Deutschland

Beim zweitgrößten Fahrradkomponentenhersteller der Welt, Sram aus Schweinfurt, stellt man aber auch noch etwas Anderes fest. Denn die Firma, die Produkte wie Schaltwerke oder Bremsen entwickelt, betreibt auch eine Service-Abteilung für ganz Europa. Dort registriert man, dass der Fahrradboom derzeit nur auf Deutschland begrenzt ist. In Italien, Frankreich oder Spanien sei derzeit noch nicht viel zu merken. In Deutschland würde der Fahrradverkauf krachen, sagt Marcus Schneider, Geschäftsführer von Sram.

Alte Fahrräder kommen aus dem Keller

Hinzu kommt, dass viele Menschen ihre alten Fahrräder wieder aus dem Keller holen. Federgabeln, Dämpfer und Bremsen älterer Räder würden derzeit zum Service nach Schweinfurt geschickt. Auch Ersatzteile und Aufrüst-Kits seien stark nachgefragt. Die Service-Abteilung arbeitet auf Hochtouren – und das derzeit im Zwei-Schicht-System.

Kurzfristiges Hoch bei Leasing-Rädern?

Während Schneider glaubt, dass der Trend zum Fahrrad anhalten wird, blickt Fahrradhändler Pelzl etwas sorgenvoll auf das nächste Jahr. Von 1.000 verkauften E-Bikes seien rund 700 Fahrräder Leasing- und Job-Räder, die zum Teil von den Firmen mitfinanziert würden. Da aber die Autoindustrie, die in Coburg sehr stark vertreten ist, unter der Flaute zu leiden habe, fürchtet er im nächsten Jahr mit einem Einbruch der Verkaufszahlen. Firmen und Mitarbeiter, die Kurzarbeit angemeldet haben, kaufen keine Fahrräder, so Pelzl.

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Hat momentan gut lachen: die Fahrradbranche.

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