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Fahrradgeschäfte in Oberfranken arbeiten wegen Corona am Limit | BR24

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Fahrradgeschäfte stoßen derzeit vielerorts an ihre Grenzen.

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Fahrradgeschäfte in Oberfranken arbeiten wegen Corona am Limit

Corona hat einen Fahrradboom ausgelöst: Pop-up-Lines erobern die Städte, der Ausbau von Radwegen wird heiß diskutiert und die Heimaturlauber stehen am Fahrradladen Schlange. Auch in Forchheim und Bamberg stoßen die Ladenbesitzer an ihre Grenzen.

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Wer in den vergangenen Wochen versucht hat, einen Termin in einer Fahrradwerkstatt zu bekommen, muss nicht selten wochenlang auf einen Termin warten. Viele Fahrradgeschäfte können sich wegen des anhaltenden Fahrrad-Booms vor Aufträge kaum retten, die Werkstätten sind überlastet.

Fahrradläden mussten schließen – jetzt kommt der Ansturm

Robert Hauenstein ist Geschäftsführer von zwei Radläden in Bamberg und Forchheim. Während der Hochphase der Corona-Pandemie von Ende März bis Ende April hatte er beide Läden geschlossen. Bei der Wiedereröffnung im Mai sind durch die Reisebeschränkungen viele Leute auf die Idee gekommen, sich ein neues Rad zu kaufen oder das Alte schnell reparieren zu lassen, so Hauenstein. Er ist zwiegespalten ob des plötzlichen Andrangs.

"Das Geschäft hat sich während dieser Situation positiv entwickelt. Allerdings war die Belastung für die Mitarbeiter extrem. Wir haben acht Mitarbeiter in zwei Geschäften und nach drei Wochen Wiedereröffnung waren vier krank. Nicht wegen Corona, sondern wegen Überlastung." Robert Hauenstein, Besitzer zweier Fahrradläden

Fahrradhändler: Lieferengpässe wegen Corona

Die Mitarbeiter von Hauenstein haben seit Ende April viele Überstunden gemacht. Auch die Lieferproblematik durch Corona stellt die Fahrradläden vor neue Herausforderungen. Denn wichtige Ersatzteile werden nicht gefertigt - deshalb können viele Räder auch nicht sofort repariert werden. Auch einfache Produkte wie Körbe oder Fahrradschläuche sind momentan häufig nicht lieferbar.

Fahrradgeschäfte nehmen nicht alle Kunden an

Weil die Werkstätten wegen Reparaturen überlastet sind, nimmt Hauenstein in seinen beiden Läden auch nur Räder zur Reparatur an, die bei ihm gekauft wurden. Für den Endverbraucher sei das schwer nachvollziehbar, erklärt Hauenstein. Es gehe dabei auch um das Thema Kundensicherheit. Jede Reparatur müsse gut gemacht sein. Und das brauche Zeit.

DIY-Fahrradreparatur in Bamberg

Vom Stress im Radladen durch Corona war auch Jonas Marsch betroffen. Der Fahrradmechaniker unterstützt ehrenamtlich seinen Freund Matthias Werner. Die beiden bieten jeden Mittwoch eine offene Fahrradwerkstatt in Bamberg in der Gaustätter Straße an. Dort kann ab 18.00 Uhr jeder mit seinem Rad vorbeikommen. Die Räder werden nicht repariert, stattdessen wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. "Wir schauen mit drauf, stellen das Werkzeug zur Verfügung und geben Tipps", so Werner. "Aktuell mit Corona ist es jetzt etwas schwieriger, da schauen wir, dass die Leute versetzt kommen."

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