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Fahrrad statt Auto: München bekommt Pop-Up-Radwege | BR24

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Bildrechte: dpa/Christian Charisius

Der Münchner Stadtrat beschäftigt sich mit der Einführung von Pop-Up-Radwegen

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Fahrrad statt Auto: München bekommt Pop-Up-Radwege

Auch in München wird es künftig Pop-Up-Radwege geben. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. In Hamburg oder Berlin wurden solche kurzfristigen Radwege schon eingerichtet, um der Zunahme des Radverkehrs gerecht zu werden.

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Von
  • Moritz M. Steinbacher
  • Veronika Laggerbauer

In der Münchner Innenstadt entstehen sechs Pop-Up-Fahrradwege. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Der Beschluss geht auf Anträge der Grünen/RosaListe sowie SPD/Volt zurück und ist eine Reaktion auf die wegen der Coronakrise größere Anzahl an Radfahrern in München. Laut der Stadt stiegen allein im April rund 20 Prozent mehr Münchner aufs Fahrrad. 

Rathaus-CSU ist gegen die Pop-Up-Radwege

Die CSU im Münchner Rathaus stimmte gegen die PopUup-Radwege. Ihrer Meinung nach sind die Planungen dafür nicht gründlich durchdacht. So seien beispielsweise die Anwohner nicht beteiligt worden. Auch der nach dem Corona-Lockdown wieder angestiegene Autoverkehr in München, wurde nach Meinung der CSU bei der Planung der temporären Radwege nicht genügend berücksichtigt. 

München ist erste bayerische Stadt mit temporären Radwegen

Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad- Club (ADFC) ist München die erste Stadt Bayerns, die Pop-Up-Radwege einführt.  Insgesamt werden in fünf Straßen Pop-Up-Fahrradwege entstehen, allesamt in der Innenstadt. An zwei Stellen in der Rosenheimer Straße, der Zweibrücken, der Elisen-, sowie der Theresien- und der Gabelsbergerstraße. Bis Ende Oktober würde dann jeweils eine Autospur in jeder Fahrtrichtung in einen gelb markierten temporären Radweg umgewandelt.

OB Reiter: Parkplätze bleiben

Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte in der Stadtratssitzung, dass es sich dabei um temporäre Maßnahmen handele und aus den Pop-up- keine langfristigen Radwege würden. Auch Parkplätze würden nicht wegfallen, so Reiter.

Viele meiden öffentliche Verkehrsmittel wegen des Coronavirus

Mit diesen Pop-Up-Radwegen soll schnell auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden, wie sie jetzt zum Beispiel durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus meiden in Bayerns größeren Städten viele den öffentlichen Nahverkehr und steigen aufs Rad um.

Laut ADFC geben rund drei Viertel aller bisherigen ÖPNV-Nutzer an, wegen Corona nicht mehr mit Bus, Tram oder U-Bahn fahren zu wollen. Damit nicht noch mehr Autos in der Innenstadt fahren, seien Pop-up- Radwege ideal, um das Fahrradfahren in der Stadt sicherer und attraktiver zu machen, so der ADFC.

Mehr Fahrradunfälle seit Jahresbeginn

Das Polizeipräsidium München hat im laufenden Jahr bis Ende April eine Zunahme der Radverkehrs-Unfälle um rund 16 Prozent festgestellt. Der ADFC wünscht sich deswegen von Seiten des bayerischen Verkehrsministeriums mehr Unterstützung, um Bayerns Kommunen zu ermutigen, Pop-up-Fahrradwege auszuweisen.

Verkehrsministerin: Kommunen entscheiden über Pop-Up-Radwege

Die zuständige Ministerin Kerstin Schreyer verweist in einer schriftlichen Stellungnahme darauf, dass grundsätzlich die Kommunen über Pop-up-Fahrradwege entscheiden müssten. Außerdem betont die Verkehrsministerin, dass es eine hinreichende Verkehrsplanung brauche, damit das Ausweisen von kurzfristigen Radwegen gut funktioniere. Grundsätzlich unternehme Bayern große Anstrengungen, um den Anteil des Radverkehrs in Bayern zu steigern.

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