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Nun ist es amtlich: Die Fahrscheine im VGN kosten ab kommendem Jahr durchschnittlich 5,5 Prozent mehr. Die Gremien haben die angekündigte Preiserhöhung einstimmig beschlossen. Doch es gibt Ausnahmen - und das 365-Euro-Ticket lässt auf sich warten.

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Fahrpreise im Verkehrsverbund Nürnberg steigen um 5,5 Prozent

Nun ist es amtlich: Die Fahrscheine im VGN kosten ab kommendem Jahr durchschnittlich 5,5 Prozent mehr. Die Gremien haben die angekündigte Preiserhöhung einstimmig beschlossen. Doch es gibt Ausnahmen - und das 365-Euro-Ticket lässt auf sich warten.

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Von
  • Michael Reiner

Drei Jahre lang herrschte Ruhe an der Preisfront des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN). Damit ist es am 1. Januar 2022 vorbei. Dann müssen die Fahrgäste im Schnitt 5,5 Prozent mehr für die Tickets bezahlen als bisher. Der Verbund hatte die Preiserhöhung bereits angekündigt. Nun haben die Gremien sie einstimmig beschlossen. Damit gleichen die rund 135 Verkehrsunternehmen im Verbund die steigenden Kosten für Personal, Energie und den weiteren Ausbau des Verkehrsnetzes aus.

Kosten laufen den Unternehmen davon

Die Erhöhung fällt vergleichsweise hoch aus, weil die Preise seit dem Jahr 2019 stabil geblieben waren, sagt VGN-Geschäftsführerin Anja Steidl dem Bayerischen Rundfunk. Nun müsse die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen dringend geschlossen werden. "Um unseren Fahrgästen weiterhin einen attraktiven Nahverkehr bieten zu können, brauchen die Verkehrsunternehmen ausreichend Mittel", so Steidl.

Nürnberg zahlt Millionen für Ausnahme

Eine Ausnahme bildet allerdings die Stadt Nürnberg. Im Stadttarif, der auch in den Städten Fürth und Stein gilt, wird es im Jahr 2022 keine Preiserhöhungen geben. Die Fahrkarten in den dort gültigen Tarifen A und K werden erst im Januar 2023 teurer. Das hat der Nürnberger Stadtrat beschlossen. Dadurch entgehen dem VGN Einnahmen in Höhe von rund sieben Millionen Euro. Diesen Betrag wird die Stadt Nürnberg aus ihrem Haushalt ausgleichen.

Pandemie lässt Einnahmen einbrechen

Die anderen Städte und Gemeinden im Verbund sehen derzeit jedoch keine Möglichkeit, auf eine Tarifsteigerung zu verzichten. Dies sei nur möglich, wenn die öffentliche Hand mit noch mehr Zuschüssen als bisher helfe, so Steidl. Die Fahrgastzahlen im VGN sind im gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) während der Corona-Pandemie um 40 bis 60 Prozent zurückgegangen. Den Ausfall an Fahrgeldeinnahmen haben der Bund und der Freistaat nach den Worten Steidls mit einem entsprechenden Rettungsschirm nahezu ausgeglichen.

Warten aufs Günstig-Ticket

Das 365-Euro-Ticket für alle Fahrgäste wird im Verkehrsbund noch auf sich warten lassen. Die Stadt Nürnberg hat zwar beschlossen, das günstiges Rund-um-die Uhr-Ticket schon im Jahr 2023 einzuführen. Auch die Mehrkosten dafür werden aus dem Stadthaushalt ausgeglichen. Doch die anderen Städte und Landkreise im VGN halten sich noch zurück. Im Herbst soll eine Studie vorliegen, die Auskunft darüber gibt, unter welchen Voraussetzungen ein 365-Euro-Ticket im gesamten Verbund eingeführt werden kann.

Preise sollen weiter steigen

Die VGN-Gremien haben zudem beschlossen, dass ab 2023 die Fahrpreise künftig wieder jedes Jahr automatisch steigen werden. Dazu hat der Verbund ein neues Modell entwickelt, mit dem die jeweilige Preiserhöhung berechnet wird. Zum einen werden die Kostensteigerungen beispielsweise für Personal und Energie herangezogen. Zum anderen fließt die Einkommensentwicklung der privaten Haushalte in die Rechnung mit ein. Dieses Modell soll dafür sorgen, dass Fahrpreise künftig moderater steigen als bisher, sagte Steidl. Die Ticketpreise komplett einzufrieren sei nur möglich, wenn von der öffentlichen Hand mehr Zuschüsse kommen, sagt Steidl.

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