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Fahrplanwechsel bei der Bahn: Das sind die Veränderungen | BR24

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Mit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember sollen vor allem mehr Haltestellen angefahren, Taktlücken geschlossen und frühere Verbindungen für Pendler eingerichtet werden. Insgesamt sollen mehr Züge im Einsatz sein, teilte die Deutsche Bahn mit.

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Fahrplanwechsel bei der Bahn: Das sind die Veränderungen

Dieses Wochenende steht der Fahrplanwechsel bei Bahnen und Bussen an. Doch es ändern sich nicht nur die Abfahrtszeiten im Freistaat. Im Fernverkehr fahren mehr Züge, in Oberbayern kommt beispielsweise die MVV-Reform.

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In Bayern ändern sich an diesem Sonntag Abfahrtszeiten und Angebot im öffentlichen Nahverkehr in allen Regionen. Den europaweiten Fahrplanwechsel nutzt zum Beispiel der Münchner Verkehrsverbund dazu, seine jahrelang geplante große Tarifreform umzusetzen. Für die Fahrgäste gilt künftig ein neues Preissystem. Vor allem für Vielfahrer wird das System günstiger.

München-Zone und günstigere Preise für Vielfahrer

Eine neue München-Zone umfasst das Stadtgebiet und Gemeinden am Stadtrand. Monatskarten kosten für diesen großen Innenraum künftig 55,20 Euro. Laut MVV haben von den rund 350.000 IsarCard-Kunden nur etwa 2.000 den Nachteil, dass sie nach der Reform mehr bezahlen müssen als vorher.

Tatsächlich werden aber Einzelfahrkarten teurer. Das lässt sich nur über Streifenkarten abmildern, zu denen der MVV rät. Auch Fahrgastverbände wie Pro Bahn halten die Reform für einen wichtigen Schritt.

Fernverkehr: Mehr Züge nach Berlin

Mehr Direktverbindungen und bessere Takte im Fernverkehr bietet der Fahrplanwechsel im Freistaat. Auf der Linie München-Berlin spricht die Bahn vom Einstieg in den Deutschlandtakt: jede Stunde ein Zug. So wächst das Platzangebot zwischen Berlin und München um rund zehn Prozent.

Die Bahn setzt nämlich ihre neuen ICE4-Züge ein, die deutlich mehr Sitzplätze bieten. Unter dem Strich sind das zwei ICE pro Tag mehr in beide Richtungen, zusätzlich zu den fünf Sprinter-Verbindungen, bei denen der ICE die Strecke unter vier Stunden schafft.

Franken und Schwaben werden von der Bahn besser bedient

Zwischen München und Nürnberg gibt es ab dem Fahrplanwechsel einen durchgängigen Stundentakt. Laut einem Bahnsprecher wird insbesondere die Anbindung der oberfränkischen ICE-Haltepunkte Bamberg und Coburg besser. Dank des Stundentakts in Bamberg können Fahrgäste auch von Schweinfurt, Bayreuth und Kronach deutlich häufiger umsteigen und schneller zu ihren Zielorten weiterfahren.

Bereits im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Fahrgäste um etwa zehn Prozent, dem trägt laut Bahn der neue Fahrplan mit einem besseren Angebot Rechnung. Auch die bisherige große Angebotslücke am Nachmittag von Augsburg nach Nürnberg insbesondere am verkehrsstarken Freitag werde geschlossen, so die DB: "Von Augsburg nach Berlin wird es künftig sechs statt bislang vier Direktverbindungen, mit Umstieg insgesamt acht schnelle Verbindungen mit einer Reisezeit von deutlich unter fünf Stunden geben. Von Berlin in die Fuggerstadt wird es künftig siebenmal täglich eine komfortable Direktverbindung geben."

Bahn hat 30 neue ICE-Züge bestellt

Bayerns Bahnchef Klaus Dieter Josel betonte im BR-Interview, dass die Bahn weiter auf schnelle Städteverbindungen im Fernverkehr setze. Deshalb sind neue ICE bestellt worden. Die ICE-Flotte der Bahn wächst so derzeit um monatlich ein bis zwei Züge.

Auch der private Konkurrent Flixtrain bietet ebenfalls Nord-Süd-Verbindungen zwischen Hamburg und Stuttgart an - aber weiter westlich, nicht über München. Das Unternehmen Rheinjet will alle zwei Wochen jeweils freitags eine Zugverbindung zwischen Stuttgart, München und Frankfurt anbieten.

Im Nahverkehr vor allem mehr Busse zum Fahrplanwechsel

Ingolstadt hat nicht nur einen neuen Bahnhof beim Audi-Werk bekommen, sondern auch insgesamt drei zusätzliche ICE-Verbindungen am Ingolstädter Hauptbahnhof. Der Flughafen-Express Richtung Regensburg und Landshut fährt öfter. Auf der Werdenfelsbahn geht es von Garmisch-Partenkirchen Richtung Reute in Tirol schneller weiter.

Bei den Privatbahnen Meridian, BOB und BRB werden vor allem die Umstiegszeiten besser getaktet. Viele Abfahrtszeiten ändern sich. In jedem Fall lohnt es sich, in die Fahrpläne zu schauen. Alle Fahrplanänderungen bewegen sich laut Betreiber lediglich im Minutenbereich und sind bereits in die Online- und Offline-Medien integriert.

In Bayern gibt es auch zusätzliche Früh- und Spätverbindungen, und vor allem überall mehr Busse: längere Linien, und engere Takte im neuen Jahresfahrplan von diesem Sonntag an.

Weniger Leer- und Betriebsfahrten bei der S-Bahn

Bei den S-Bahnen in Nürnberg und München passiert nicht viel. Aber weil die Bahn Züge aus anderen Teilen der Republik nach Bayern holen konnte, sollen die S-Bahn-Verstärkerzüge in der Hauptverkehrszeit auf einzelnen Linien wieder so fahren, wie es bereits im vorigen Fahrplan versprochen war. Auch Leer- und Betriebsfahrten sollen seltener sein, da will die Bahn lieber Fahrgäste mitnehmen.

Pro Bahn erhofft sich Verbesserungen durch mehr Wettbewerb

Edmund Lauterbach von Pro Bahn setzt darauf, dass die Ausschreibungen im Regionalverkehr im nächsten Jahr wieder größere Verbesserungen bringen - zum Beispiel im Allgäu.

In Bayern hat Pro Bahn etwa 1.000 Mitglieder. Der Verband versteht sich als starke Lobby für einen besseren öffentlichen Nahverkehr, bevorzugt auf Schienen.