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Fahren im Winter: Damit aus Fahrzeugen keine Rutschzeuge werden | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Räumfahrzeuge auf der Autobahn

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    Fahren im Winter: Damit aus Fahrzeugen keine Rutschzeuge werden

    Der Schneefall sorgt für tief winterliche Straßenverhältnisse in Bayern. Räumdienste sind im Dauereinsatz, dennoch kommt es zu Unfällen und Behinderungen durch hängengebliebene Lastwagen. Einige Tipps der BR-Verkehrsredaktion zum Fahren im Winter.

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    Von
    • Dominik Einzel

    Auch wenn durch Corona insgesamt weniger Verkehr auf unseren Straßen unterwegs ist, bringt ein Wintereinbruch alles durcheinander: Lkw bleiben hängen, Staus bilden sich schon durch kleine Unfälle und alle sind insgesamt deutlich langsamer unterwegs.

    Hier ein paar Tipps fürs sichere Ankommen auf verschneiten Straßen:

    Licht und Sicht

    Bereits vor der Abfahrt ist es bei Schneefall wichtig, das Fahrzeug von Eis und Schnee zu befreien. Das berühmte Guckloch in der Frontscheibe reicht dabei nicht aus, alle Fenster und das Dach müssen schneefrei sein. Denn sonst kann bei der Fahrt die eigene Sicht und die anderer Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt werden. Wer dafür zu faul ist, riskiert 25 Euro Bußgeld.

    In der dunklen Jahreszeit und bei schlechter Witterung ist Sehen und gesehen werden das A und O. Viele Verkehrsteilnehmer verlassen sich inzwischen auf die Lichtautomatik ihrer Fahrzeuge oder sind nur mit Tagfahrlicht unterwegs. Diese Zusatzleuchten an der Fahrzeugfront sind zwar seit 2011 in der EU für Neuwagen vorgeschrieben, bei vielen Fahrzeugen bleiben aber die Rücklichter aus. In der Dämmerung oder bei schlechtem Wetter ist das Abblendlicht daher die beste Lösung, um im Verkehr wahrgenommen zu werden.

    Fuß vom Gas und nicht ohne Winterreifen

    In Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Wer also bei Eis, Matsch und Schnee ohne unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von mindestens 60 Euro. Winterreifen erkennt man an dem Schneeflockensymbol an der Seitenflanke. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter, das ist aber für sicheres Fahren im Winter deutlich zu wenig. Österreich zum Beispiel lässt Winterreifen unter 4 Millimetern Profiltiefe nicht mehr als geeignete Winterbereifung durchgehen.

    Allgemein gilt: Bei Eis und Schnee sind der Abstand zum Vorausfahrenden und angepasste Geschwindigkeit besonders wichtig. Wenn bei schlechter Sicht, zum Beispiel bei dichtem Schneetreiben, die Sicht unter 50 Metern liegt, darf auch nur noch mit höchstens Tempo 50 gefahren werden. Nur dann darf übrigens auch die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden.

    Schneepflug voraus

    Vor allem auf Autobahnen fahren die Räumfahrzeuge oft gestaffelt und leicht versetzt nebeneinander her. Neben der großen Räumschaufel vorne sind dabei oft noch seitlich ausfahrbare Schneeräumschilde im Einsatz. So können gleichzeitig alle Fahrspuren einer bestimmten Strecke einer Fahrtrichtung von Matsch und Schnee befreit werden. Auch wenn der Räumdienst langsam unterwegs ist: ihn zu überholen, ist leichtsinnig, denn vor den Räumfahrzeugen ist die Fahrbahn oft noch gefährlich glatt.

    Fahrradfahren im Winter

    Im Unterschied zum Auto gibt es beim Fahrrad keine Winterreifenpflicht. Allerdings verbessern Reifen mit weicherer Gummimischung und Lamellenprofil den Grip, allerdings eher auf Matsch und Schnee und nicht auf Eis. Dort bringen Spike-Reifen durch kleine Metallstifte bessere Untergrundhaftung. Vorausschauendes Fahren und das frühzeitige Reduzieren des Tempos verhindern waghalsige Bremsmanöver. Besonders in Kurven und dem Lenken auf Eis ist Vorsicht geboten.

    Die richtige Kleidung, winddicht und wasserfest, sollte reflektierende Elemente enthalten. Denn auch Fahrradfahrer sollten im Straßenverkehr gut gesehen werden. Eine funktionierende Beleuchtungsanlage ist Pflicht, bei mobilen Geräten auf ausreichend Batterie- oder Akkuladung achten.

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