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Fährt die Steigerwaldbahn bald? Reaktionen von Kritik bis Freude | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Nachdem ein Eisenbahnunternehmen aus Thüringen die Betriebsgenehmigung der Steigerwaldbahn beantragt hat, gibt es gemischte Reaktionen: Während mehrere Bürgerinitiativen Kritik äußern, freut sich der Fahrgastverband Pro Bahn über das Vorhaben.

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Fährt die Steigerwaldbahn bald? Reaktionen von Kritik bis Freude

Nachdem ein Eisenbahnunternehmen aus Thüringen die Betriebsgenehmigung der Steigerwaldbahn beantragt hat, gibt es gemischte Reaktionen: Während mehrere Bürgerinitiativen Kritik äußern, freut sich der Fahrgastverband Pro Bahn über das Vorhaben.

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Von
  • Norbert Steiche
  • BR24 Redaktion

Die Meinungen zur Reaktivierung der Steigerwaldbahn gehen weit auseinander. Auslöser einer erneuten Diskussion ist, dass die Thüringer Eisenbahn GmbH (ThE) beim Bayerischen Verkehrsministerium und bei der Regierung von Mittelfranken einen Antrag auf Betriebsgenehmigung eingereicht hat. Daraufhin haben mehrere Bürgerinitiativen gegen die Reaktivierung der Steigerwaldbahn mit Unverständnis reagiert – unter anderem in Gerolzhofen, Grettstadt, Gochsheim und Prichsenstadt. Der Fahrgastverband Pro Bahn hingegen freut sich über das Vorhaben.

Bürgerinitiative: "Wer soll mit dieser Geisterbahn fahren?"

Jörg Bergmann von der Bürgerinitiative aus Gerolzhofen schreibt in einer Pressemitteilung, dass sich die Reaktivierungs-Befürworter nicht um die Dinge wie Trassenzustand, Investitionsaufwand oder Flächenversiegelung für Parkplätze kümmern würden. "Die neuesten Entwicklungen, eingeleitet durch den Antrag auf Betriebsgenehmigung der Thüringer Eisenbahn GmbH, haben nun eine neue Eskalationsstufe eingeläutet," schreibt Bergmann wörtlich.

Weiter fragt er: "Doch wer soll mit dieser "Geisterbahn" fahren? Wo bleibt eigentlich bei dieser ganzen Aktion der Wille der Bürger, all der Bürger, die keine Reaktivierung wollen, all der Gemeinden, die einen Entwidmungsantrag gestellt haben? Spielt das gar keine Rolle mehr?"

Fahrgastverband ist für die Aktivierung der Steigerwaldbahn

Der Fahrgastverband Pro Bahn hingegen begrüßt den Schritt der ThE. Wie der Verband mitteilt, hat dieses Verfahren im Jahr 2007 bereits die Entwidmung der Ilztalbahn in Niederbayern verhindert. "Die ThE lässt sich nicht von kurzsichtigen örtlichen Politikern wie Staatssekretär Eck einschüchtern, sondern hat erkannt, dass jetzt Tatsachen geschaffen werden müssen", sagt Lukas Iffländer, stellvertretender Bayerischer Vorsitzender des Fahrgastverbands.

Thüringer Eisenbahn würde sich um Sicherheit kümmern

Im Falle einer Betriebsgenehmigung würde sich die ThE als Einsenbahninfrastrukturunternehmen um die Sicherheit der Trasse mit ihren Gleisen und Bahnübergängen kümmern. Als Eisenbahnverkehrsunternehmen soll die Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr (IGE) aus dem mittelfränkischen Hersbruck gewonnen werden. Bei einer Genehmigung würde der Förderverein Steigerwald-Express mit ehrenamtlich arbeitenden Lokomotivführern und Schaffnern das Personal stellen.

Laut dem Vorsitzenden des Vereins Andreas Witte würde der Verein auch die Bahnsteige pflegen, Lokomotiven und Waggons leihen und die Trassengebühren tragen. Eine Aufnahme des Bahnverkehrs wäre von Schweinfurt bis Gerolzhofen voraussichtlich bis 2023 denkbar, bis Großlangheim bis 2025.

Schienen auf der Strecke teilweise schon abgebaut

Die knapp 50 Kilometer lange Bahnstrecke der Steigerwaldbahn wurde vor 117 Jahren eingeweiht. Seit 1987 verkehrt darauf kein Personenverkehr mehr. Zuletzt waren 2006 darauf Militärtransporte der US-Armee abgewickelt worden. Nahezu alle Anrainer-Kommunen haben bei der Regierung von Mittelfranken sogenannte Entwidmungsanträge gestellt. Auf dem letzten Stück kurz nach Großlangheim zum Sackbahnhof Kitzingen sind die Schienen und Schwellen bereits abgebaut. Eine Verbindung über den Main zum Bahnhof Kitzingen gibt es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Deutsche Bahn hat die Strecke bereits an einen Schrotthändler verkauft.

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