BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Fachkraftquote für Pflegeheime stellt Heimbetreiber vor Probleme | BR24

© pa/imageBROKER/Martin schrampf

Freie Pflegebetten dürfen nicht belegt werden, wenn kurzfristig nur 49,9 Prozent (statt 50 Prozent) des Personals keine Fachkräfte sind.

5
Per Mail sharen
Teilen

    Fachkraftquote für Pflegeheime stellt Heimbetreiber vor Probleme

    Zu viele Pflegebedürftige, zu wenig Fachkräfte: Wenn die Quote (50 Prozent) nicht stimmt, müssen Pflegebedürftige zurückgewiesen werden, auch wenn in den Pflegeheimen Betten frei sind. Ein Aufnahmestopp gilt bereits bei 0,01 Prozent Unterschreitung.

    5
    Per Mail sharen
    Teilen

    Wenn Angehörige für ihre Pflegebedürftigen dringend nach einem Pflegeplatz suchen, kann es passieren, dass ihnen in Heimen die Aufnahme verweigert werden muss, obwohl es freie Betten gibt. Dies hängt mit der sogenannten Fachkraftquote zusammen. Wie Georg Sigl-Lehner, Präsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern auf BR-Anfrage bestätigt, könne diese Situation jeden Heimbetreiber unverhofft treffen.

    Personalschlüssel gibt Fachkraftquote von 50 Prozent gesetzlich vor

    Für jedes Haus wird mit den Pflegekassen ein Personalschlüssel verhandelt. Dieser richtet sich nach der Belegung sowie nach den Pflegegraden der Bewohner. Dabei ist als Mindestbesetzung eine Fachkraftquote von 50 Prozent einzuhalten. Dies bedeutet, dass 50 Prozent der Mitarbeitenden Alten- oder Krankenpfleger/innen sein müssen. Wird diese Quote auch nur um 0,01 Prozent unterschritten, führt dies zu Zurückweisungen von Pflegebedürftigen, unabhängig davon, wie viele Heimplätze gerade frei sind.

    Auch Heime im Landkreis Deggendorf punktuell davon betroffen

    In ganz Bayern liegt diese Fachkraftquote mit 50 Prozent höher als in anderen Bundesländern. Auch bei Heimen im Landkreis Deggendorf kommt es punktuell immer wieder zu dieser Problematik. Laut Gerhard Gansl, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes in Deggendorf, dem im Landkreis Deggendorf sechs Pflege- und Wohnheime unterstehen, müssten sich Heimbetreiber in diesem gesetzlichen Rahmen bewegen. Andernfalls wäre dies ein Verstoß gegen den Versorgungsvertrag. Und der könne sogar zur Kündigung eines Versorgungsvertrages führen.

    "Diese strenge Auslegung macht auch Sinn, denn wenn Personal aufgrund von Schwangerschaft oder längerer Krankheit ausfällt, kann man das vorhandene Personal nicht mit zu vielen Überstunden belasten. Es geht ferner darum, die Qualität der Pflege auch in solch personalschwachen Zeiten zu gewährleisten." Gerhard Gansl, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Deggendorf

    Nicht genügend Fachkräfte am Markt

    In solchen Fällen hätten die Betreiber eigentlich die Möglichkeit, innerhalb von vier Monaten diese Quote auszugleichen. Dies scheitere jedoch meist daran, dass keine Ersatzkräfte zu finden seien. Letztendlich helfe es auf Dauer nur, mehr und mehr Fachkräfte auszubilden.