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Söder wehrt sich juristisch gegen AfD-Unterstellung | BR24

© dpa-Bildfunk

Markus Söder (CSU)

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    Söder wehrt sich juristisch gegen AfD-Unterstellung

    Jetzt geht es dem Ministerpräsidenten zu weit: Markus Söder hat seinen Medienanwalt beauftragt, gegen die Behauptung vorzugehen, seine Familie verdiene an der Maskenpflicht.

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    "Gemeinsam schlagkräftig gegen Corona". Unter dieser Überschrift gab die Nürnberger Firma Baumüller Services Anfang Mai bekannt, sie werde nun "Face Shields" herstellen. Die Produktion finde "auf firmeneigenen 3D-Druckern statt". Damit leiste die Firma "einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Corona-Pandemie".

    Verschwörungsvorwurf der AfD

    Baumüller Services ist eine Tochter der Firmengruppe Baumüller. Sie gehört der Familie von Karin Baumüller-Söder, der Ehefrau des Ministerpräsidenten. Sie selbst fungiert als Geschäftsführerin. Aus diesem Zusammenhang braute sich im Netz eine Verschwörungstheorie zusammen, der sich nun auch die bayerische AfD-Landeschefin Corinna Miazga anschließt. Auf Twitter schrieb Miazga, Söders Frau "macht jetzt in #faceshields und verdient so an der Maskenpflicht". Einen Beleg liefert die Bundestagsabgeordnete nicht.

    "Fake News"

    Markus Söder platzte daraufhin der Kragen. Wie seine Sprecherin dem BR mitteilte, schaltete er seinen Medienanwalt Christian Schertz ein. Dessen Auftrag sei, "gegen die von Seiten der AfD und anderen rechten Accounts verbreiteten Fake News rechtliche Schritte zu prüfen und einzuleiten".

    Muster und Spenden

    Die Firma selbst bestätigt dem BR, Face Shields hergestellt zu haben. Ihrem Pressesprecher zufolge wurden insgesamt 210 der Plastik-Masken produziert. 200 davon seien als Spenden an das Martha-Maria-Krankenhaus in Nürnberg sowie die Frankenalb-Klinik Engelthal gegangen. Weitere zehn Exemplare seien für Mitarbeiter bzw. als Muster gefertigt worden. Verdient hat die Firma demnach keinen Cent an diesen Masken. "Es war zu keinem Zeitpunkt geplant, dass die Face Shields verkauft werden", so der Sprecher.

    Schutz der Mitarbeiter

    Die Idee zur Maskenproduktion sei entstanden, weil das Unternehmen über die entsprechenden Geräte wie 3D-Drucker verfüge und seine Mitarbeiter vor einer Corona-Infektion habe schützen wollen.