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Extremismus-Vorwürfe: Deggendorfer Burschenschaft wehrt sich | BR24

© BR/Sarah Beham

Die Deggendorfer Burschenschaft "Markomannia Wien zu Deggendorf" wehrt sich gegen den Vorwurf, die Mitglieder seien rechtsradikal eingestellt. Der Bayerisches Verfassungsschutz sieht das aber ganz anders und überwacht die Burschenschaft.

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Extremismus-Vorwürfe: Deggendorfer Burschenschaft wehrt sich

Die Deggendorfer Burschenschaft "Markomannia Wien zu Deggendorf" weist Vorwurf zurück, ihre Mitglieder seien rechtsextrem. Zuvor wurde bekannt, dass der Bayerische Verfassungsschutz die Burschenschaft als rechtsextremistisch einstuft und überwacht.

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Nachdem bekannt wurde, dass die Deggendorfer Burschenschaft "Markomannia Wien zu Deggendorf" vom Bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird, weist die Burschenschaft die Vorwürfe zurück. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk erklärt Christian Köppl, Obmann der Altherrenschaft der Deggendorfer Burschenschaft, dass es keine besondere Verbindung zur Münchner Burschenschaft Danubia gebe.

Politische Aktivitäten Privatsache

Außerdem seien nicht mehrere Personen in der Jungen Alternative aktiv, sondern nur eine - alle politische Aktivitäten sind nach Köppl Privatsache: "Mir sind keine extremistischen Bestrebungen bekannt. Wir sehen uns als auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung stehend und können das aktuell nicht nachvollziehen."

Anders sieht das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz, wie Sprecher Sönke Meußner sagt: "Ziel dieser Bekanntgabe ist es, dass Studenten, die sich für eine studentische Verbindung in Deggendorf interessieren, wissen, dass es sich hier um eine rechtsextremistische Verbindung handelt und diese Burschenschaft dann meiden."

TH Deggendorf alarmiert

Die Technische Hochschule ist über die Beobachtung der Burschenschaft informiert worden – bisher sind die Mitglieder der Burschenschaft aber nicht in Erscheinung getreten, wie Sprecher Jörg Kunz im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk erklärt. Wenn sich ein Mitglied der Burschenschaft in einer studentischen Organisation bewerben würde und im Geheimen Mitglied bei der Burschenschaft wäre, ließe sich das nicht unterbinden. Aber: "Wenn die offiziell in Erscheinung treten würden, würden wir das nicht akzeptieren", erklärte Kunz.

Aktivitäten werden überwacht

Der Bayerische Verfassungsschutz agiert als eine Art Frühwarnsystem: Er informiert nicht nur Regierung oder Parlament, wenn er Extremismus erkennt, sondern auch die Öffentlichkeit. Mit der Beobachtung werden jetzt öffentlich zugängliche Informationen ausgewertet und analysiert. So zum Beispiel Interneteinträge, Facebook-Posts, Flugblätter, Veranstaltungen, Publikationen oder Reden.

Pflichtschlagende Burschenschaft

Wie es aus einer Antwort vom Innenministerium im September heißt, sind dem Polizeipräsidium Niederbayern konkret acht Angehörige der Burschenschaft Markomannia Wien zu Deggendorf bekannt, darunter sowohl Studenten als auch sonstige Mitglieder.

Die Burschenschaft in Deggendorf ist eine deutsche Studentenverbindung für Männer und weist laut eigenen Angaben eine rund 160 Jahre alte Geschichte auf. Mitglieder sind nicht nur Studenten, sondern auch sogenannte Alte Herren, die ihre Ausbildung bereits abgeschlossen haben. Die Burschenschaft ist eine pflichtschlagende Burschenschaft, das heißt, die Mitglieder müssen regelmäßig fechten.