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Extreme Hitzewelle im Anmarsch | BR24

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Es könnte eine Hitzewelle von historischem Ausmaß werden: In dieser Woche werden in Bayern Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Besonders für alte und kranke Menschen kann das gefährlich werden.

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Extreme Hitzewelle im Anmarsch

Es könnte eine Hitzewelle von - zumindest für Juni - historischem Ausmaß werden: In dieser Woche werden in Bayern Temperaturen von örtlich bis zu 40 Grad erwartet. Besonders für alte und kranke Menschen kann das gefährlich werden.

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Normalerweise sind ausgeprägte Hitzewellen im Juni sehr selten, und wenn, dann nur von kurzer Dauer. Dieses Jahr ist das anders. In dieser Woche könnte es in Bayern bis zu 40 Grad heiß werden.

Hitzewelle von historischem Ausmaß erwartet

In dieser Woche steht uns in Bayern eine extreme Hitzewelle bevor. Laut dem BR-Wetterexperten Michael Sachweh dürfte sie nach dem heutigen Stand der Prognosemodelle sogar von historischem Ausmaß sein - zumindest was den Juni betrifft. Wahrscheinlich werden eine Reihe von Wetterstationen neue Juni-Allzeithitzerekorde verzeichnen.

Verantwortlich dafür ist ein ungewöhnlich starkes und stabiles Hochdruckgebiet. Die Luftmasse ist sehr trocken und warm, mit Beimengungen aus andalusischer Luft und zur Wochenmitte hin versetzt mit einer Prise nordafrikanischer Heißluft.

Eine in mehrfacher Hinsicht extreme Hitzewelle:

• Nahezu ungetrübter Sonnenschein (Die Luft ist derart trocken, dass auch die normalen Schönwetterwolken weitgehend fehlen).

• Lange Andauer der Hitze: Tropische Temperaturen von 30 Grad und mehr über sechs bis sieben Tage hinweg (Montag bis Wochenende). Die Niederungen Frankens und der Oberpfalz samt Donauniederung werden besonders betroffen sein.

• Sehr hohe Spitzenwerte der Temperatur zwischen Mittwoch und Freitag: 38 Grad wahrscheinlich (fränkisches Flachland), 39 Grad möglich und 40 Grad nicht auszuschließen (örtlich in Unterfranken).

• Maximale Austrocknung von Boden und Vegetation durch die Kombination von extremen Temperaturen mit hoher Lufttrockenheit und einer starken, ungetrübten Sonne.

• Maximale UV-Belastung: Die Luft ist sehr trocken, deshalb mit wenig Filterwirkung für die Strahlung. Zudem fällt diese Wetterlage in die Zeit des Jahres mit der größten UV-Strahlungsintensität der Sonne (Mitte bis Ende Juni).

Die Berge versprechen keine Abkühlung

Auch die höher gelegenen Bergtäler, sonst ein beliebtes "Sommerfrische"-Asyl vor der Hitzeglocke der Niederungen, taugen bei dieser Hitzewelle nur bedingt als Zuflucht. So werden für Mittwoch und Donnerstag zum Beispiel für den Landkreis Hof 33 bis 36 Grad und für Kempten oder Garmisch-Partenkirchen 32 bis 35 Grad erwartet.

Hitzewellen: Gefährlich vor allem für Alte und Kranke

Die Gefahr, die für den Menschen von Hitzewellen ausgeht, wird für gewöhnlich unterschätzt, denn diese Art von Extremwetter ist in vielen Medien (die dramatische Bilder bevorzugen), unterrepräsentiert. Verglichen mit anderen Arten von Extremwetter (Unwetter, Hochwasser, Stürme etc.) sind Hitzewellen das Extremwetter, das die meisten Todesopfer fordert - vor allem in den hochtechnisierten Ländern, wo man sich gegen anderes Extremwetter wie Orkane und Überschwemmungen vergleichsweise gut zu schützen weiß.

Auf dem Höhepunkt des Jahrhundertsommers 2003 starben in der Mitte und im Westen Europas in kurzer Zeit nachweislich 25.000 bis 70.000 Menschen (je nach Untersuchung) - vornehmlich Ältere und Kranke - an den Folgen der Hitze. Untersuchungen ergaben, dass bei Tageshöchstwerten von 35 Grad und mehr die hitzebedingte Mortalität besonders stark ansteigt.

Der frühe Vogel fängt die "kühlere" Luft

Der wichtigste Tipp für die, die über keine Klimaanlage verfügen: Zur Zeit der tiefsten Temperaturen (zwei Stunden vor Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang) alle Fenster aufreißen und voll durchlüften. Wer nicht zu Hause ist, sollte dann alles dunkel und geschlossen halten. Wer daheim ist, sollte schon lüften.

Übrigens werden in dieser Woche nicht nur Bayern sondern auch das übrige Deutschland, ja weite Teile Mittel- und Westeuropas, von der Hitzewelle betroffen sein. Das extreme Wetter wird folglich zunehmend in die überregionalen Schlagzeilen geraten.