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Extreme Hitze: Hoch "Ulla" heizt Bayern ein | BR24

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Viele freuen sich über hochsommerliche Temperaturen, doch Mediziner mahnen zur Vorsicht.

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Extreme Hitze: Hoch "Ulla" heizt Bayern ein

Es wird heiß im Freistaat. Hoch "Ulla" beschert Bayern Temperaturen bis zu 40 Grad. Die für den Juni ungewöhnlich hohen Temperaturen bergen ein vielfach unterschätztes Gesundheitsrisiko.

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Für den Frühsommermonat Juni äußerst ungewöhnlich, wird es in Bayern die ganze Woche über Temperaturen von 30 Grad und mehr geben. Dies prognostiziert BR-Meteorologe Michael Sachweh.

Tropische Temperaturen für mehrere Tage und maximale UV-Belastung

Die Hitzewelle ist laut Sachweh unter mehreren Aspekten extrem: Zu den hohen Temperaturen gibt es nahezu ungetrübten Sonnenschein, sogar die Schönwetterwolken werden weitgehend fehlen. Zudem ist es außergewöhnlich, dass die tropischen Temperaturen mehrere Tage anhalten. Die Niederungen Frankens und der Oberpfalz werden aufgrund ihrer Lage besonders betroffen sein: hier sind Spitzenwerte bis zu 40 Grad nicht auszuschließen. Auch die UV-Belastung ist maximal: Da die Luft sehr trocken ist, hat sie wenig Filterwirkung für die Strahlung.

Hoch "Ulla" und Wüstenluft aus Marokko sorgen für Hitze

Verantwortlich dafür ist "Ulla", ein ungewöhnlich starkes und stabiles Hochdruckgebiet. Die Luftmasse ist sehr trocken und warm, hinzu kommt andalusische Luft und zur Wochenmitte hin eine Prise nordafrikanische Heißluft aus Marokko und Algerien. Der voraussichtlich wärmste Tag wird laut Deutschem Wetterdienst (DWD) der Mittwoch.

Hitze: Gefahr für ältere und kranke Menschen

Die Gefahr, die für den Menschen von Hitzewellen ausgeht, wird für gewöhnlich unterschätzt. Besonders ältere und kranke Menschen sollten aber gut aufpassen: "Ein Paradebeispiel für diesen Wissensstand ist der sogenannte Jahrhundertsommer 2003 und da starben nachweislich in der Mitte und im Westen Europas an die 25.000 -70.000 Menschen an den Folgen dieser Hitze", so Meteoreologe Sachweh. Untersuchungen ergaben, dass bei Tageshöchstwerten von 35 Grad und mehr die hitzebedingte Mortalität besonders stark ansteigt. Auch Tiere und Pflanzen leiden unter der extremen Wärme. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) rät zum Aufstellen von Vogeltränken und Bademöglichkeiten für die Tiere.

Freiham: Polizei rettet Kleinkind aus geparktem Auto

Das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend mahnt vor allem im Bezug auf Kinder und ältere Menschen vor einer starken Belastung des Herz-Kreislaufsystems. So musste zum Beispiel gestern ein einjähriger Junge in München Freiham von der Polizei aus einem in der prallen Sonne geparkten Auto gerettet werden. Das Kind hatte sich beim Spielen mit dem Schlüssel der Mutter selbst eingesperrt.

Anzeichen für akuten Flüssigkeitsmangel erkennen

Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt es Warnzeichen, auf die man achten sollte: Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit oder eine erhöhte Körpertemperatur beispielsweise können erste Anzeichen eines akuten Flüssigkeitsmangels sein.

Gesundheitstipp 1: Lüften vor Sonnenaufgang

Der wichtigste Tipp für die, die über keine Klimaanlage verfügen: Zur Zeit der tiefsten Temperaturen (zwei Stunden vor Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang) alle Fenster aufreißen und voll durchlüften. Wer nicht zu Hause ist, sollte danach alles dunkel und geschlossen halten. Wer daheim ist, sollte schon ab und an lüften, damit die Luftfeuchtigkeit in den Räumen nicht zu hoch wird.

Gesundheitstipp 2: Sonnenschutz, Hut und Ruhe

Wer die Hitze unbeschadet überstehen will, der sollte unbedingt Sonnenschutz verwenden und einen Hut tragen. In den Mittagsstunden sollte man lieber ganz zu Hause bleiben. Sport ist Gesundheitsexperten zufolge bei derart hohen Temperaturen keine gute Idee. Wenn sich körperlich anstrengende Aktivitäten nicht vermeiden lassen, sollten sie möglichst nicht in den Mittags- und Nachmittagsstunden stattfinden, denn dann sind Hitze- und UV-Belastung am höchsten.