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Viel Schnee und viel Wind: So entstehen in den Bergen Lawinen. Damit die nicht unkontrolliert abgehen und gefährlich werden, sind vor allem südlich von Oberstdorf regelmäßig die Lawinensprenger mit einem Hubschrauber unterwegs.

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Explosive und gefährliche Arbeit: Lawinensprenger im Allgäu

Viel Schnee und viel Wind: So entstehen in den Bergen kritische Lawinen. Damit die nicht unkontrolliert abgehen und gefährlich werden, sind vor allem südlich von Oberstdorf regelmäßig die Lawinensprenger mit einem Hubschrauber unterwegs.

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Von
  • Katharina Reichart
  • Veronika Scheidl

Es ist ein enormer Aufwand für Oberstdorf, denn kostenmäßig schlagen etwa 5.000 Euro pro Einsatz zu Buche: Hubschrauber, Besatzung, Sprengstoff, Sprengmeister. Dazu der personelle Aufwand: beteiligt sind Bauhof-Mitarbeiter, Vertreter des Ordnungsamtes und Ehrenamtliche der Lawinenkommission. Diese Kommission beurteilt die Gefahrenlage und empfiehlt dem Ordnungsamt dann unter Umständen die Sprengung.

Und schon mehrmals mussten in diesem Winter die Lawinen an den steilen Hängen vor allem südlich von Oberstdorf gesprengt werden, damit Täler wie Birgsau, Spielmannsau oder das Oytal wieder sicher sind – für Bewohner oder auch Wintersportler.

Einsatz für den Sprengmeister

Und auch jetzt muss wieder gesprengt werden: Die Lawinengefahr im Allgäu ist groß, Täler sind schon gesperrt und neuer Schnee vorhergesagt. Schon seit morgens um fünf haben Sprengmeister Gert Baumgartner und sein Neffe Mirko Hieble die Ladungen in der Garage der Oberstdorfer Bergwacht vorbereitet.

Die Zeit drängt: "Das ist im Moment der letzter Tag, an man es machen kann. An dem es gut ist für uns zum Fliegen. Und weil die Erfolgsquote heute wahrscheinlich noch am besten ist, damit wir ziemlich was an Schneemengen runterbringen", erklärt Baumgartner.

Sprengstoffpaket wird aus dem Hubschrauber geworfen

Und so funktioniert die Sprengung: Sprengmeister Gert Baumgartner öffnet die Hubschraubertür, wirft das 7,5 Kilo schwere Sprengstoffpaket in den steilen Hang. Der Hubschrauber dreht ab. Das Paket detoniert, Schneemassen bahnen sich den Weg Richtung Tal.

"Wir müssen beim Sprengen aufpassen, dass wir die Ladungen sicher zünden und sicher aus dem Hubschrauber rausbringen", erklärt der Sprengmeister. Nach der Zündung hat er noch maximal zwei Minuten Zeit, dann explodiert das leuchtend rote Sprengstoffbündel.

Unten im Tal steht der Winterdienst parat, damit Lawinen-Schnee gegebenenfalls schnell von der Straße geschoben werden kann. Die Täler werden zudem von Absperrposten streng überwacht, damit sich dort niemand aufhält.

Weitere Sprengungen nötig

Zweimal holen die Lawinensprenger Nachschub, verpulvern insgesamt 325 Kilogramm Lawinensprengstoff. Trotzdem ist Baumgartner mit dem Ergebnis nicht glücklich, denn die Schnee-Abgänge waren nur mäßig. Der Sprengmeister geht davon aus, dass der starke Wind den Schnee zu sehr verblasen hat. Er rechnet damit, nach dem Wochenende - mit viel neuem Schnee - wieder mit dem Hubschrauber zu einer Sprengung starten zu müssen.

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