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Experten warnen vor rechter Unterwanderung der Sportszene | BR24

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Rechtsextreme und Neonazis versuchen immer wieder, in der Sportszene Fuß zu fassen, um hier ihr Gedankengut zu verbreiten. Das gilt für die Fan-Kurven der bayerischen Profi-Fußballvereine ebenso wie für den Breitensport.

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Experten warnen vor rechter Unterwanderung der Sportszene

Eine Fachtagung in Regensburg hat sich mit der Vereinnahmung des Sports durch rechtsextremistisches Gedankengut befasst. Experten beobachten vermehrt Versuche von Rechten, in Vereinen Fuß zu fassen. Auch der Breitensport ist demnach betroffen.

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Rechtsextreme und Neonazis versuchen immer wieder, in der Sportszene Fuß zu fassen, um hier ihr Gedankengut zu verbreiten. Das gilt für die Fan-Kurven der bayerischen Profi-Fußballvereine ebenso wie für den Breitensport. Zu dieser Einschätzung kommen Fachleute, die sich zur Tagung "Sport und extreme Rechte" in Regensburg getroffen haben.

Experten: Vereine müssten in Betreuung der Fan-Szene investieren

Es gibt zumindest im bayerischen Profi-Fußball derzeit keine Fan-Kurve, in denen rechtsextreme Fans eine Kurve dominant besetzen, sagt Julia Eder von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus. Dennoch müssten sich gerade die Profi-Vereine ihrer Verantwortung bewusst sein und weiter in die sozialpädagogische Betreuung der Fan-Szenen investieren, sagt Julia Eder: "Das bringt mehr, als wenn man das zehnte Banner mit irgendeiner Aussage aufhängt."

Rechtsextreme Symbole im Fußballstadion

Denn die Rechten sind weiterhin präsent in den Stadien, wie Sozialarbeiter Sebastian Drescher vom Fan-Projekt München feststellt.

"Es tauchen immer mal wieder Leute mit rechtsextremen Symbolen auf. Die stehen aber eher in den benachbarten Blöcken, nicht in den Stimmungsblöcken." Sebastian Drescher, Sozialarbeiter

Sport als Spiegelbild der Gesellschaft

Nicola Hieke von der Landeskoordinierungsstelle "Demokratie leben - Bayern gegen Rechtsextremismus" hat die Tagung in Regensburg organisiert. Sie sieht im Sport ein Spiegelbild der aktuellen gesellschaftlichen Lage:

"Das, was wir gesamtgesellschaftlich sehen: Radikalisierung, Verrohung der Rhetorik, offener Rassismus, den man früher nicht so geäußert hat: Das zeigt sich natürlich alles auch in Fußballstadien, in kleinen Vereinen, auf dem Land, in der Stadt, überall." Nicola Hieke, Tagungsorganisatorin

Experte: Rechte Unterwanderung laufe unterschwellig

Immer häufiger beobachten die Fachleute Versuche von rechtsextremen Gruppierungen, Sportvereine oder Fitnessstudios zu unterwandern. Der Demokratie-Berater Jan König aus Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern hat diese Strategie untersucht: "Das läuft meistens unterschwellig: dass sich da rechte Kameradschaften Turnhallen anmieten, oft mit falscher Begründung, und dann tatsächlich Kampfsporttrainings durchführen. Da geht es dann tatsächlich um eine politische Vorbereitung für den Straßenkampf."

Dieses Vorgehen von rechten Zellen ist längst kein ostdeutsches Problem mehr, sagt Jan König: "Kampfsport als politisches Mittel in der rechten Szene ist ein gesamtdeutsches Trendthema."