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Experten: Corona-Risiko für Bayern gering | BR24

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Das Corona-Virus hat nun auch Europa erreicht. Frankreich meldet drei Krankheitsfälle. Die 3 Patienten waren vor kurzem in China, sie sind in strenger Quarantäne.

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Experten: Corona-Risiko für Bayern gering

China im Krisenmodus, Corona-Infektionen in Frankreich - für Panik gibt es hierzulande aber keinen Grund. Es sei unwahrscheinlich, sich in Bayern mit dem Virus anzustecken, das sagte der Virologe Christoph Spinner im Interview mit dem BR.

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Das Coronavirus ist in Europa angekommen, erste Fälle gibt es seit Freitag in Frankreich. Dennoch sei das Risiko für Deutschland und Bayern sehr gering, schätzt der Mediziner Christoph Spinner vom "Klinikum rechts der Isar" in München die aktuelle Lage ein. Im Gespräch mit der Rundschau sagte der Virologe, es sei derzeit wahrscheinlicher, sich mit Influenza-Viren anzustecken.

Der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, stimmte dem - ebenfalls in der Rundschau - zu.

"Für den normalen Bürger ist die anrollende Influenza-Welle gefährlicher als das, was sich in China bisher nach unserer Perspektive darstellt." Andreas Zapf, Präsident des LGL

Bei Ansteckung kein größeres Risiko als bei Grippe

Der Virologe Spinner betonte, dass beide Virus-Infektionen, Influenza und Corona, bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem folgenlos und von alleine ausheilen können.

"Ein relevantes Risiko, dass es zu einem schweren Verlauf kommt, besteht vor allem für Menschen, die unter Immunschwächeerkrankungen oder beispielsweise Tumorerkrankungen leiden." Christoph Spinner, Klinikum rechts der Isar

Der neuartige Coronavirus wird nach seiner Ansicht vermutlich per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Das LGL rät Bürgern in der aktuellen Grippe-Saison dazu, sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Keine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen

Die bayerischen Behörden sehen zunächst von einer Verschärfung der Schutzmaßnahmen ab. Die Entwicklung werde aber sehr genau beobachtet, so ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums.

Alle Gesundheitsämter informiert

Bereits am vergangenen Dienstag seien alle bayerischen Gesundheitsämter informiert und gebeten worden, auch die Ärzteschaft in den Kreisen, Städten und Gemeinden zu informieren, so der Sprecher. Zudem solle das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Kürze eine spezielle Diagnoseform (PCR-Diagnostik) einführen, "um im Verdachtsfall labordiagnostisch schnell reagieren zu können".

Taskforce am Münchner Flughafen rufbereit

An den Flughäfen im Freistaat gebe es überdies Alarmpläne.

"Genau geregelt ist zum Beispiel der Ablauf der Meldewege im Krankheitsverdachtsfall, die schnelle Betreuung von Patienten an Bord durch Ärzte und die Ermittlung von Kontaktpersonen." Statement bayerisches Gesundheitsministerium

Eine "Taskforce Infektiologie" am Münchner Flughafen sei rund um die Uhr in Rufbereitschaft. Sie ist auch für die Flughäfen in Nürnberg und Memmingen zuständig sowie für die Schiffshäfen in Passau und Lindau.

Zahl der Toten steigt auf 56

Erste Fälle der neuen Lungenkrankheit in Europa waren am Freitag in Frankreich bekanntgeworden. In China stieg die Zahl der bekannten Infektionen auf fast 2.000. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua auf 56. Die Millionenstadt Wuhan, wo das Virus erstmals aufgetreten war, wurde von den chinesischen Behörden abgeriegelt. Dort drohen inzwischen die Atemmasken knapp zu werden. Laut Österreichischem Rundfunk ist am Wiener Flughafen eine Flugbegleiterin aus China mit unklaren Symptomen aufgefallen und in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

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