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Experten: Bayern soll beim Klimaschutz Vorbild sein | BR24

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Klimaexperten im Umweltausschuss

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Experten: Bayern soll beim Klimaschutz Vorbild sein

Hitze, Dürre, Stürme - wie kann sich der Freistaat auf den Klimawandel vorbereiten? Der Umweltausschuss im Landtag hat sich heute bei einer Expertenanhörung verschiedene Meinungen dazu angehört. Deren Fazit: Bayern muss beim Klimaschutz Gas geben.

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Ausgetrocknete Bäche, hohe Temperaturen und extreme Wetterereignisse - der Klimawandel ist auch in Bayern längst angekommen. Der Umweltausschuss im bayerischen Landtag hat sich heute damit befasst und einen ganzen Fragenkatalog erstellt. Wie hat sich das Klima in Bayern in den vergangenen 100 Jahren allgemein entwickelt? Welche Regionen Bayerns sind besonders von der Klimaerhitzung betroffen? Und: Wie kann der Freistaat Bayern eine effektive Klimapolitik betreiben? Immer wenn es um komplizierte Sachlagen geht, werden traditionell Experten in die Ausschüsse geholt und befragt. Im Fokus die Maßnahmen, die Bayern jetzt anpacken muss.

Unterfranken leidet besonders stark

Die Folgen der Klimakrise spürt nach Meinung der Experten besonders Unterfranken heute schon deutlich. Heiko Paeth, Professor für Geographie, erläuterte, dass es in Würzburg 2018 bereits 17 Tropennächte gegeben hat. Diese wirkten sich auf unseren Schlaf aus, denn in der Wärme könne der Kreislauf nicht runterfahren, der Körper erhole sich weniger. Bei älteren Menschen kommt es laut dem Klimaforscher vermehrt zu Herz-Kreislauf-Versagen. Eine Möglichkeit für die Städte gegenzusteuern: den Baumbestand ausbauen, Grünflächen erschließen, offene Gewässer in den Städten wieder zulassen.

Bayern muss vorangehen

Die Experten waren sich im Großen und Ganzen einig, dass Bayern vorangehen müsse beim Versuch, die Klimakrise einzudämmen. Schließlich finde man hier Spitzenköpfe, das Land sei technologisch und finanziell in der Lage, noch mehr für den Klimaschutz zu leisten. Die Wissenschaftler forderten, die Energiewende massiv voranzutreiben, statt sie zu lähmen. Beispielsweise mit Abstandsregeln für Windkraftanlagen. Denn gerade bei der Energie könne schnell viel Kohlendioxid eingespart werden.

Julia Pongratz, Geographie-Professorin an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, betonte die positiven Nebeneffekte, die mit Hilfe der richtigen Klimaschutzpolitik im Verkehrssektor erreicht werden könnten: Städte könnten lebenswerter, die Gesundheit gefördert werden. Mit seiner Meinung isoliert war der von der AfD benannte Experte, der Geologe Sebastian Lüning. Er argumentierte, die Debatte über Klimaschutz sei zu emotionsgeladen und klimahistorisch kurzsichtig.

Kontroverse im Vorfeld

Beim Thema Klimawandel liegen die Meinungen der Parteien und auch die der Experten weit auseinander. Für Aufregung hatte im Vorfeld die Experten-Wahl der AfD gesorgt: Jede Fraktion bestimmt, wen sie einladen möchte – die AfD hat Sebastian Lüning ausgesucht. Er vertritt die These, dass der Klimawandel nicht menschengemacht ist. Stattdessen gehe er auf die Sonneneinstrahlung zurück. An diesem Experten stößt sich besonders der SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn. Er hält Lüning für einen "Klimaleugner", der sich auf "Fake-News-Niveau" bewege. So hatte von Brunn das gegenüber der "SZ" formuliert. Mit seinem Versuch, Lüning als Experten auszuladen, konnte sich von Brunn allerdings nicht durchsetzen.

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Der Klimawandel bringt auch Bayern immer mehr Stürme, Starkregen, Dürreperioden. In den Bergen schmelzen die Gletscher. Die Metropolregion Nürnberg will jetzt CO2-neutral werden. Darüber wurde auf dritten Klimaschutzkonferenz in Bayreuth gesprochen.

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