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Experte: Suche nach Atomendlagern internationale Herausforderung | BR24

© picture-alliance/dpa

"Das ideale Endlager gibt es nicht" - Atommüll Experte Haverkamp

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    Experte: Suche nach Atomendlagern internationale Herausforderung

    Der Atom-Experte Jan Haverkamp hat bei einem Vortrag in Marktredwitz betont, dass die Suche nach Endlagern eine internationale Herausforderung sei. Dafür brauche es absolute Transparenz. Das ideale Endlager gibt es Haverkamp zufolge nicht.

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    Bei seinem Besuch in Marktredwitz sprach der Atommüll Experte Jan Haverkamp über die Lagerung von Atommüll in Granit, der im Fichtelgebirge, in Ostbayern und im benachbarten Tschechien vorkommt. Da Granit grundsätzlich ein rissiges Gestein ist, wurde es in früheren Untersuchungen als eher ungeeignet für die Endlagerung eingestuft.

    Marktredwitz als Endlager nicht ausgeschlossen

    Mittlerweile gibt es laut Haverkamp Überlegungen die Behälter, in denen das hochradioaktive Material gelagert wird, stabiler zu machen. Jedoch schränkte er ein:

    "Den perfekten Standort mit 100 Prozent Sicherheit gibt es nicht", Jan Haverkamp.

    Haverkamp betonte, dass auch ein Gebiet trotz Einschränkungen für die weitere Prüfung ausgewählt werden könne. Das Fichtelgebirge ist also keinesfalls aus dem Rennen, obwohl hier immer wieder leichte Erdbeben auftreten und vulkanische Aktivität vorhanden ist.

    Internationale Herausforderung

    Der Experte machte klar, dass die Suche nach Endlagern eine internationale Herausforderung sei, Schweden und Finnland stünden bezogen auf Granit vor den gleichen Problemen.

    Haverkamp betonte, dass die Gesellschaft sich nicht aus der Verantwortung herausstehlen könne. Bei der Suche nach Endlagern brauche es absolute Transparenz. Auch Besucher der Veranstaltung betonten, dass es trotz aller Bedenken nicht darum gehen dürfe, dass alle Regionen den schwarzen Peter von sich schieben. Gemeinsames Ziel müsse es vielmehr sein, Verantwortung für zukünftige Generationen zu übernehmen und den deutschlandweit sichersten Standort für den Atommüll zu finden.

    Bis 2031 Standort für Endlagerung

    Hintergrund: Die Bundesgesellschaft für Endlagersuche BGE hat den Auftrag, bis 2031 einen Standort für die Endlagerung von radioaktiv verseuchtem Material zu suchen. Dafür wurde Deutschland im Jahr 2013 wieder zu einer weißen Landkarte: alle theoretisch denkbaren Standorte werden seitdem noch einmal neu auf mögliche Ausschlusskriterien hin geprüft. Nächstes Jahr soll laut BGE ein Zwischenbericht erscheinen. Danach soll die Suche dann auf die am ehesten geeigneten Gebiete reduziert und die wissenschaftlichen Untersuchungen dort konkreter werden.

    Organisation kämpf für Abschaltung

    Die Veranstaltung wurde organisiert von den "GRÜNEN Fichtelgebirge" und der Bürgerinitiative "Stoppt Temelin". Beide sind auch Veranstalter der Temelin Konferenz, die am Samstag in der Umgebung des umstrittenen Tschechischen Kraftwerks zum 10. Mal stattfindet. Haverkamp, der den Atomausstieg für Nuclear Watch und die ostbayerischen Anti-Atom-Initiativen begleitet, wird auch dort Referent sein. Die Bürgerinitiative "Stoppt Temelin" kämpft seit Jahren wegen enormer Sicherheitsbedenken um die Abschaltung des Atomkraftwerks in Tschechien.

    © BR

    Der internationale Atom-Experte Jan Haverkamp in Marktredwitz